Der Zorn Gottes

„Denn eines Mannes Zorn wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit.“
(Jakobus 1:20)

Audioversion mit kurzen Erläuterungen

Der Zorn aus sprachlicher Sicht

Es wird oft von Gott gesagt, dass er zornig ist, dass sein Zorn entbrennt. Zorn wird als etwas Schlechtes im Menschen gesehen, als eine Eigenschaft, die so weit wie möglich unterdrückt werden muss. Zorn, aph, 80-1, hat die Zahl 81, die typische Zahl von tewa, 9-2-70, des Naturgesetzes. Nicht zu verwechseln mit tewa / teba, der Bezeichnung der Arche. Diese wird taw-beth-he, 400-2-5, geschrieben.
Zorn ist eigentlich etwas, dass man mit der Freilassung des Naturgesetzes vergleichen kann, welches nach dem Prinzip des Ausgleichs agiert. Die Kräfte der Natur folgen einem Ausgleichsbestreben.
Das hebr. Wort aph, 1-80 hängt bereits mit der Bewegung einer Welle zusammen, denn als Begriff ist es zugleich die Konjunktion „auch“. Eine Welle besteht nicht nur aus dem Wellental, sondern auch aus dem Wellenberg. Diese Zweiheit ist typisch für das Naturgesetz. Aph bedeutet auch Nase und diese zeigt in ihrem Aufbau außen eine Einheit, innen aber eine Zweiheit. Der ein- und ausströmende Atem wird wiederum als Ausgleichsbewegung zwischen den Welten oben und unten gesehen.

→ weiterlesen

Jetzt schon den 8. Tag erleben

Audioversion

Das hebräische Wort für Freude, Fröhlichkeit, simchah, hat als Wurzel sin-mem-cheth, 300-40-8, und die Wurzel von moschiach [vergriechischt Messias] ist mem-schin-cheth, 40-300-8. Beide Wörter haben die gleiche Konstruktion und ihre Verbindung geht sehr weit. Nicht nur, dass der 8. Tag ein Tag der Freude ist, sondern dieser 8. Tag kann hier in dieser Welt erlebt werden, obwohl der 7. Tag noch präsent ist, wenn man in Freude und in Optimismus lebt. Optimismus zeigt Ihnen, dass Sie wissen und sicher sind, dass alles gut wird, dass alles eins wird. Man hat die Überzeugung in sich, dass am Ende alles gerettet sein wird. Wer diese Überzeugung hat, kann nur glücklich sein und sich freuen.

→ weiterlesen

Der Verfall der Sprache

Wenn die Sprache von ihrer Quelle getrennt wird. Von Friedrich Weinreb (orig. NL)

Audioversion mit Erläuterungen

Sprache als Bindeglied zwischen den Welten

Die Beherrschung einer Sprache bedeutet mehr als nur ein Zeichen der sogenannten allgemeinen Zivilisation. Jemand, der die Sprache bis ins Mark beherrscht, hat eine Verbindung zum Kern der Dinge. Sprache ist doch der Grenzbereich, wo alles materiell Erscheinende in das „Ding an sich“ übergeht.


Ergänzung zu „Grenzbereich“:

Ein hebräisches Wort für Sprache lautet saphá, 300-80-5. Das gleiche Wort bedeutet auch Lippe, und diese sind es, die sich an der Grenze zwischen innen und außen befinden. Saphá bedeutet aber auch Ufer, und dieses bildet ebenfalls einen Übergang zwischen Wasser (dem Zeitlichen) und Land (dem Ewigen). Ein Ufer ermöglicht es, einen Grund zu erhalten, und damit kann ein Weg beginnen.
„Sprechen“ und „Ding“ sind im Hebräischen identisch: dawar, diber, beides 4-2-200.

Die Welten gehen ineinander über
→ weiterlesen

Die verschmähte Braut

Audioversion


Es war einmal ein frommer Chassid, der oft zum Rabbi Israel von Kozienice, den man gewöhnlich der Kozienicer Maggid nennt, zu fahren pflegte; und der heilige Rabbi liebte ihn sehr. Der Mann hatte keine Kinder, und er bat oft den Rabbi von Kozienice, er möchte ihm vom Himmel Kinder erflehen. Der Rabbi gab ihm aber darauf niemals Antwort. Die Frau dieses Mannes war darob sehr betrübt, und sie sagte immer, ihr Leben sei ihr nichts wert, wenn sie keine Kinder hätte. Und sie erklärte sich bereit, alles zu tun, was der Rabbi ihr auferlegen würde; doch der Rabbi sagte gar nichts. Als der Chassid einmal wieder aus Kozienice zurückkam, fing die Frau zu weinen an und sagte, sie wolle weggehen und in der Welt herumirren, wenn der Mann vom Kozienicer Maggid nichts erreichen würde. Und sie weinte so lange, bis der Mann wieder nach Kozienice fuhr und dem Maggid sagte, er könne das Weinen seiner Frau nicht länger aushalten, es durchbohre ihm den Kopf; er werde nicht eher heimfahren, als bis der Maggid ihm endlich einen Bescheid geben würde. Und der Maggid sagte ihm: »Wenn du bereit bist, dein ganzes Vermögen zu verlieren, kannst du Kinder haben.« Und der Chassid antwortete darauf: »Ich will erst meine Frau fragen.« Er fuhr nach Hause und erzählte seiner Frau, was ihm der Maggid gesagt hatte. Die Frau sagte: »Was taugt mir der ganze Reichtum, wenn ich keine Kinder habe! Ich will lieber arm an Geld und reich an Kindern sein.« Der Mann fuhr wieder nach Kozienice und meldete dem Maggid die Antwort seiner Frau. Der Maggid befahl ihm, nach Hause zu fahren, sein ganzes Vermögen zu holen und wieder zurückzukommen. Dann werde er ihm sagen, was er weiter tun müsse.

→ weiterlesen

Die Einheit von innerer und äußerer Hilfe

Audioversion mit Ergänzungen


Wenn man Menschen helfen will, die in Schwierigkeiten stecken, entsteht oft das Dilemma, wie die Hilfe eigentlich vonstattengehen könnte. Hilft man nur materiell, könnte man sich den Vorwurf machen, dass der Betroffene noch etwas anderes bedarf und eine rein materielle Hilfe nicht unbedingt menschlich ist. Bspw. denke ich an eine Erkrankung, die mittels Medikamente gelindert werden kann. Diese Medikamente haben weder mit der Einstellung noch mit dem Charakter des Arztes zu tun, ja könnten sogar von einer Maschine verordnet und verabreicht werden.
Andererseits ist es möglich, durch ermunternde Worte oder das Zeigen von Interesse zu helfen. „Ich werde für dich beten“, wird oft als billig empfunden und in der Tat hat ein Kranker oder Armer herzlich wenig davon. Ebenso wenig hilft es, einem Betroffenen die Wichtigkeit des Lebens vor Augen zu stellen und ihn darauf hinzuweisen, dass die Gesundheit eben nicht alles und Reichtum doch bedeutungslos ist. Dann würde er sicher sagen: „Wenn ich gesund und reich wäre, hätte ich die Möglichkeit, das selbst zu beurteilen.“ Im Grunde empfindet ein Mensch es als Demütigung, wenn ihm nur materiell geholfen wird.

→ weiterlesen