Und die ihr längst solltet Meister sein …

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ist ein Zitat aus Hebräer 5:12 und man könnte denken, dass es sich hier um eine Rüge handelt, die einer Gruppe unreifer Gläubiger gesagt wird.

Auf Griechisch heißt der Meister bzw. Lehrer διδάσκαλος (didaskalos). Das Wort stammt von διδάσκω (didasko), das man meist mit „lehren“ übersetzt. Etym. bedeutet es „eine geöffnete Hand anbieten“.

Im Hebräischen spricht man oft von den Weisen, die chochamim, die unterrichten. Sie lehren nicht, weil sie es besser wissen, sondern weil sie am Ursprung des Weges stehen, entsprechend der ersten Sephira Chochma. Das hebr. Verb, wovon chochma abgleitet ist, lautet chacham und bedeutet: Ich bedarf nicht mehr des Lernens oder Studierens in Form eines Leistens, sondern es ist mir wie eine Gnade zugefallen bzw. eingefallen. Und gerade deshalb vergrabe man es nicht, sondern setze es ein wie Joseph, der als Erster namentlich die Bezeichnung „Weiser“ erhält (1. Mose 41:33 ff). Er, der Hebräer, ist ein chacham. Seine Weisheit drückt sich auch in der Kenntnis des 1:4 Prinzips aus, wie es direkt im genannten Kapitel steht:

… dass er Aufseher über das Land bestelle und den Fünften (chimesch, 8-40-300) vom Land Ägypten nehme …

1. Mose 41:34
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Pessach – Fest des Erinnerns

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Das hebräische Wort für Ostern / Passah ist pessach, 80-60-8. Es bedeutet in erster Linie „überspringen“, anders formuliert: der regelmäßige Lauf (Trott) wird übersprungen, es wird eine Ausnahme gemacht, die scheinbar „ewig“ geltenden Regeln werden außer Kraft gesetzt.
Bringt man die Konsonanten des Wortes pessach in eine andere Reihenfolge, erhält man sachaph, 60-8-80, „niederwerfen“. In Jer. 46:15 heißt es:


Warum sind deine Starken niedergeworfen? Keiner hielt stand, denn der HERR hat sie niedergestoßen.<

In diesem Kontext geht es um die Brechung der Macht der „Starken“ (hebr. abbir, 1-2-10-200, auch Aufseher, Stier, kommt von abar, 1-2-200, sich aufschwingen / fliegen), insbesondere der Beherrscher Mizrajims (Ägyptens), repräsentiert durch Pharao, der zwei Verse weiter in Jer. 46:17 erwähnt wird. Der Durchbruch in die Freiheit hat mit der Niederwerfung dessen zu tun, der gefangen hält. Der Unterdrücker wird selbst unterworfen. Pharao steht u.a. für den Menschen, der nichts mehr von seinem Ursprung weiß oder diesen verleugnet. Es zählt nur der Fortschritt und das Irdische ohne Rücksicht auf die wirklichen Bedürfnisse des Menschen. In einer pharaonischen Gesinnung ist man ein „Hirte der Schweine“, heißt es im Midrasch Sch’moth, und das erinnert direkt an den „verlorenen Sohn“, der genau dort (beim Hüten der Schweine) zur Einsicht kam, weil er nichts mehr zu essen fand (Luk. 15:15).

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Schöpfer – Eltern – Kind

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Wie sich die Entwurzlung des Menschen auf die Familie und insbesondere auf das Verhältnis zwischen jungen und alten Menschen auswirkt. Übersetzung aus der Reihe „Gedachten in de loop der jaren“, Artikel 608, von Friedrich Weinreb.
Freie Übersetzung, Anmerkungen in eckigen Klammern und Bereitstellung von und durch Dieter Miunske.

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Es besteht oft die Tendenz, die Entwicklung der Welt mit der individuellen Entwicklung des Menschen zu vergleichen, und das mit gutem Grund. Diese Sichtweise führt die moderne Welt zu der Annahme, dass die Frühphase der Menschheit von menschlicher Hilflosigkeit, Abhängigkeit, Primitivität und Naivität geprägt war. So wie das Kind in seinen ersten Stadien nicht sprechen kann, so konnte der [Ur-]Mensch [aus der Sicht der Evolutionsbiologie] nicht sprechen, hatte keine Sprache zur Verfügung, sondern konnte nur Laute ausstoßen, je nach seinem Bedürfnis nach bestimmten Dingen. Allmählich entwickelte sich die Menschheit auf diese Weise und erreichte über manchmal grausame Zeiten der Jugend und der Rebellion schließlich das Stadium der Weisheit und Einsicht, das dann mit der Zeit gleichgestellt wird, in der wir jetzt mehr oder weniger leben.
Dieses Bild ist sehr verführerisch, vor allem weil es eigentlich richtig ist. In der Tat sind die verschiedenen Erscheinungsformen miteinander identisch und nur durch die Brechung in verschiedene Facetten sehen wir unterschiedliche Dinge, die aber in Wirklichkeit von demselben Wesen stammen.
Dass die Welt diesen Vergleich so anstellt, und dass in der Tat so wenig in der Öffentlichkeit gegen diesen Vergleich gesagt wird, liegt daran, dass wir selbst nicht so genau wissen, was der Platz und die Verhältnisse des Menschen sind. Der große Irrtum in dieser Argumentation ist identisch mit dem großen Irrtum, wie sich diese Welt immer wieder selbst zu betrachten geneigt ist.

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Der Hebräer

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Über die Bedeutung und den Ursprung des Wortes „Hebräer“ aus dem Hebräischen und Mitteilungen alter Überlieferungen gedeutet. Übersetzung eines Vortrages aus 1966, gehalten von Friedrich Weinreb in Den Haag unter dem gleichen Titel.

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Ursprung des Hebräers

Der Name „Hebräer“ im Alten Testament stammt vom hebräischen Begriff Eber, 70-2-200, der dann in den Übersetzungen zu Hebräer geworden ist. Dieser Eber stammt von Noach. Vielmehr kann man eigentlich nicht erfahren. Erst wenn wir den Erzvätern in der Bibel begegnen, lesen wir davon, dass sie sich Iwri nennen. Iwri ist eine andere Aussprache des Wortes Eber, welches mit einer Jod ergänzt wird (70-2-200-10) [Man könnte das Wort auch mit „Mein Jenseitiges“ übersetzen. (Anm. des Ü.)]. Zurecht fragt man sich: Warum nennen sie sich Hebräer? Auch Joseph nennt sich in Ägypten immer Hebräer. Diese Bezeichnung kommt genauso häufig vor wie die Namen Israel oder Juda, womit die Menschen auch bezeichnet werden.
Der Name Israel sagt schon mehr aus. Das ist der Name von Jakob, der zu Israel wurde, nachdem er mit dem Engel am Jabbok gerungen hatte; daher kommt der Name Israel.
Der wichtigste und der bedeutendste Stamm ist der von Juda, einem der Söhne Jakobs, der eine große Rolle im späteren Reich spielte. Aber der Name „Hebräer“ findet seinen Ursprung nicht in der Geschichte der Erzväter; sie nennen sich selbst Hebräer, wenn sie bereits Erzväter sind. Es ist also eine Geschichte, die weiter zurückreicht.

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Verführung und Versuchung

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Freie Übersetzung eines von Friedrich Weinreb in Niederländisch gehaltenen Vortrages aus 1959.

Dieses Mal wurde ausnahmsweise ein Thema angefragt, ansonsten hätte ich erzählt, was mir gerade einfällt. Es geht um Versuchung und Verführung, ein Thema, das in erster Linie für Pastoren ist, aber ich bin sicher, dass es gut gemeint ist, und gerne will ich etwas darüber sagen.

Schon als Kind stellt man sich die Frage, und weil man keine richtige Antwort bekommt, trägt man sie im ganzen Leben mit sich, nämlich: Wozu ist das ganze Spiel mit der Schlange und der Verführung des Menschen überhaupt nötig? Diese Schlange wurde hereingebracht, um das ganze Spiel zu verderben. Es war so schön im Paradies und es hätte so schön bleiben können. Der Mensch hätte doch ewig auf diese Art leben können. Es fehlte doch nichts, wozu also das alles? Nun ist die Schlange aber geschaffen, um den Menschen zu verführen, ja, dass er verführt werden muss.

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