Der Weg des Lebens und seine Begleiter

Die Bedeutung des Leviathan für unseren Lebensweg.

(Freie Übersetzung eines niederländischen Textes Friedrich Weinrebs, der mir durch Abel Weinreb zur Verfügung gestellt wurde.)

Der Text zum Hören

Im Wort Leviathan ist das Wort Levi enthalten. Auf den ersten Blick würde man sagen, dass es zwischen diesen beiden keine Verwandtschaft gibt. Der Leviathan ist ein undefiniertes oder sehr vage beschriebenes Etwas, das auf den ersten Blick nur zeigt, dass es sich um eine im Meer lebende Kreatur handelt. Gewöhnlich wird der Begriff mit Drache, Seeschlange und dergleichen übersetzt (siehe z.B. Jes. 27; Ps. 74, Ps. 104, 26; Hiob 3, 40).
Um zu verstehen, was der Leviathan wirklich ist, und auch um die Geschichte zu verstehen, dass am Ende der Zeit der Leviathan gegessen wird, muss man sich zunächst einmal die Bedeutung des Wortes selbst genauer ansehen. Leicht zu erkennen ist der Wortstamm Levi.
Was aber hat nun Levi mit Leviathan gemeinsam?

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Der Überbringer guter Nachrichten

Geschichte vom Überbringen guter Nachrichten
Erzählt von Friedrich Weinreb im Buch „Legende von den beiden Bäumen“ (ab Seite 278 / weicht leicht vom Original ab)

Die Geschichte zum Hören

Es war einmal ein Mann, dem es ungeheuere Freude bereitete, anderen Leuten, vor allem solchen, welche in Not und Verzweiflung lebten, Nachrichten zu bringen, welche ihnen neuen Lebensmut schenken konnten. Es war ihm sein nächstes Anliegen. Er begab sich jeden Morgen früh schon auf die Straße, Ausschau zu halten nach Leuten in Schwierigkeiten. Es tat ihm selber gut, in den betrübten Gesichtern das Aufleuchten der Hoffnung und der Freude gewahr zu werden. Er fragte sich sogar, inwiefern er das alles zu seiner Freude machte, da ihm das alles so guttat, und ob die Anderen ihm tatsächlich so nahe standen, dass er es an erster Stelle ihretwegen tat.

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Die zwei Brüder

Die Geschichte zum Hören

Eine alte Erzählung
von FRIEDRICH WEINREB

Es geschah einmal vor langen Zeiten etwas sehr Gutes. Und da das Gute bleibt, kann man sagen: Es geschieht noch heute und es wird weiterhin so sein. Und es geschah in einem fernen Land. Aber, da es etwas sehr Gutes war, und das Gute überall sein kann, heißt es auch: Es geschieht hier und jetzt, es ist ganz nahe.
Nun, die Geschichte erzählt von zwei Brüdern. Man sagt, der eine hieß Anton Leba, der andere aber Karl Nijak. Sie fanden sich, als Anton seine Schafe auf saftige Weiden führte. Er sah, wie die Schafe sich am Gras erfreuten, denn sie hatten nur Augen für ihr Weiden. So bemerkten sie den Mann nicht, der das Gras abmähte und der sich den Schafen immer mehr näherte. Sie vertrauten auf ihren treuen Hirten. Der aber hatte den Mann schon gesehen und meinte, die Wiese dort gehöre dem fremden Nachbarn.

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Die Biene und das Wort – Teil 1

Im Alt-Hebräischen gibt es eine auffällige Verbindung zwischen der Biene, d’worah, 42-(6)-200-5 (daher auch der Frauenname Deborah) und dem Begriff Wort, der zugleich auch reden bedeutet, dawar, 4-2-200. Was kann uns ein Insekt über das Wort sagen? Es ist ja nun nicht irgendein Insekt, sondern vielleicht sogar das wichtigste für den Menschen, hängt doch die Bestäubung der Blüten entscheidend von diesem ab und nicht zuletzt liefert es eine süße Speise, die nahezu unverderblich ist, den Honig.

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Vom Zwang andere belehren zu müssen

Hören Sie sich an dieser Stelle den Artikel mit Betonungen und Ergänzungen an.

Wenn man die geschenkte Zeit nicht nutzen will, zieht man sich folglich aus der Welt zurück und verschließt sich. In diesem Zustand der selbst provozierten Einsamkeit ist man (in der Ausdrucksweise des alten Wissens gesprochen) die »alleinstehende Frau«. In diesem Zustand steht man direkt der Schlange gegenüber, die dann auch sogleich das Gespräch beginnt. Sie behauptet, dass es dem Menschen verboten ist von allen Bäumen des Garten Edens zu essen.

Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HERR gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr sollt nicht essen von jedem Baum des Gartens?

1. Mose 3,1
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