An der Arbeit seiner Seele wird er sich satt sehen; (Jesaja 53,11)

m’amal naphscho, so fängt der Vers im Hebräischen an und weist auf die Arbeit der irdischen Seele, der nephesch, hin, die unter den Auswirkungen der Entwicklung und des Fortschritts leidet, indem sie diese trägt. Alles Lebendige auf dieser Welt ist durch die nephesch lebendig und nicht aus sich selbst. Diese Welt auszuhalten, sie zu ertragen, ist die Bedeutung von m’amal.

Tragen hängt sprachlich mit dem Wort »Getreide« zusammen, das in Genesis 1 am dritten Tag erscheint und erstmals etwas zeigt, was mit einer Formänderung in der Zeit zu tun hat. Nun ist die Form nicht von Anfang an fertig da, sondern durchläuft Entwicklungsphasen. Die Reife einer Ähre erkennen wir daran, dass diese sich wieder zu ihren Wurzeln neigt. In diesem Fall ist das »den Kopf hängen lassen« nicht als Ausdruck einer Resignation, sondern wie ein Verbeugen und eine Hingabe an den Schnitter zu werten. So könnte man die Natur lesen.
Naphscho ist übersetzt »seine Seele«. Jesaja 53 beschreibt den Messias, den Gesalbten in uns. Sein Ziel ist es, zum Vater, zum Ursprung, zurückzuführen. Dazu Joh. 14,6:

(…) niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Fort-Schritt ist nichts anderes als ein Weggehen vom Ursprung. Die Umkehrung und Hinwendung zum Ursprung ist aus der Sicht des »Fortschrittlichen« jedoch ein Rückschritt. Ein paralleler Vers im Neuen Testament ist Matth. 11,28, wo es lautet:

Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.

Man könnte auch sagen: Wendet euch um, fragt danach, wo ihr herkommt, und die Last wird von euch abfallen. Welche Last? Last ist im Hebräischen massá, 40-300-1, und besteht aus den gleichen Zeichen wie ascham, 1-300-40, dem Wort für Schuld. Der Athbasch-Wert dieser drei Buchstaben ist 412, der Zahl für das Haus, hebr. bajith, 2-10-400, und auch des zweiten Zeichens im Alphabet, beth, mit dem die Schöpfung beginnt (bereschith, das erste Wort der Bibel). Empfinden wir diese Schöpfung als Last, spielt das Thema Schuld eine (ge-)wichtige Rolle. Das Leben drückt, der Alltag wird zur Mühsal. Sehen wir das Leben als Geschenk und Vertrauen wir darauf, dass gegen unsere Wahrnehmung doch alles einen tiefen Sinn hat, finden wir zur Ruhe und zur Fülle bzw. Sattheit.
Das in Jes. 53,11 verwendete Wort für »satt« lautet sava, 300-2-70. Exakt die gleichen Konsonanten als schewa ausgesprochen ergeben das Zahlwort Sieben. Es ist die Ruhe des siebten Tages, des Schabbaths. Auch Schabbat bzw. Sabbat, wird mit der schin (300) und der beth (2) geschrieben. Der siebte Tag enthält alle sechs Tage, die »zuvor« waren. Diese, insbesondere der 6. Tag, sind der Gang der Welt, und damit auch unser persönlicher Weg mit allen Entwicklungsphasen und Auseinandersetzungen. Die sechs Tage stehen auch für unsere Vergangenheit, die wir dann tragen, wenn wir dem Zeitlichen verhaftet bleiben. Mit dem Erkennen des Ewigen in uns verliert das Zeitliche das Drückende, denn drücken kann nur, was vom Irdischen angezogen wird, während wir dazwischen sind – Gott drückt nicht.

Psalm 68,20 fasst alles zusammen:

Gepriesen sei der Herr (adonaj)!
Tag für Tag trägt er unsere Last,
der Gott unsres Heils (j’schuatenu – hier ist Jeschua, Jesus, der Messias, im Wort »Heil« enthalten)!
Sela.