Wer sich eingehender mit der Ursprache der Bibel und deren Zahlen befasst, wird irgendwann auf den Begriff athbasch stoßen. In Kürze würde ich die Bedeutung davon so beschreiben:

Das hebr. Alphabet wird als Spiegelung von 2 x 11 Zeichen gesehen. Das 1. Zeichen Aleph steht dem 22. Zeichen, der Thaw gegenüber. Das 2. Zeichen, die Beth dem 21., der Schin usw. Die ersten vier korrespondierenden Zeichen sind die Namensgeber für dieses Prinzip (a-th b-sch = athbasch), durch welches ein Wort seine »andere Seite« offenbart. Die sich aus dieser überlieferten Kenntnis bildenden Zusammenhänge zeigen, dass ein Wort viel mehr enthält als es auf den ersten Blick scheint.

Eine ausführliche Erläuerung findet sich in dem Buch “Zahl, Zeichen und Wort – Das symbolische Universum der Bibelsprache” von Friedrich Weinreb:


 

Unsere Welt ist in jeder Hinsicht etwas »Halbes», wenn man sie auf das Wesentliche bezieht. Schon durch die Schöpfung steht sie dem Schöpfer gegenüber. Sie ist schon da nur die eine Seite. Und dieses Faktum wirkt sich in allen Verhältnissen aus. Mit allem, was hier erscheint, erscheint lediglich die eine Seite, die andere bleibt Geheimnis. Dieses Wissen zeigt sich z. B. im Namen Gottes als Herr (JHWH). Dieser Name (10-5-6-5) ist, wie oben bereits erklärt, aufgebaut aus zwei Zehnern, wobei der zweite Zehner in 5+5 geteilt ist. Die 6 nämlich, Waw, führt den Namen »Haken«. Das will sagen, daß die 6 immer verbindet, und deshalb heißt ein Haken auch immer Waw, also 6. Wenn man z. B. das Wort »und» braucht, dann benutzt man im Hebräischen dafür stets nur den Buchstaben Waw. »Und« ist daher immer »6«. 5-6-5 bedeutet somit 5 »und« 5.Die erste 10 des Gottesnamens nennt man »die 10 von oben, vom Himmel», die zweite 10 aber ist schon in 5 »und« 5 geteilt. Und nur die eine Seite davon, die zweite 5 nämlich, ist das irdisch Erscheinende. Die erste 5 gehört noch nach oben, zum »Himmel«. Deshalb sieht man diesen Namen Gottes auch als aus zwei Bestandteilen aufgebaut, nämlich dem Teil 10-5, der dem Oben angehört, und dem Teil 6-5, der für diese Welt ist. Und der Sinn des menschlichen Lebens und des menschlichen Tuns ist es, die 6-5 mit der 10-5 zu einer Einheit zu verbinden.Man sieht also, die 6, der Verbindungshaken »und«, ist unten vorhanden. Es gibt hier »unten«, das heißt in der Welt der Erscheinungen, die Möglichkeit, die Verbindung zu erlangen. Es ist, wie schon erwähnt wurde, wie mit dem »verborgenen« Wert, der, wenn man unten nur etwas tut, ins Leben tritt und zu wirken beginnt.
Hier unten kennen wir also nur die eine 5. Die andere Seite ist anderswo, sie ist oben. Und deshalb hat jede Erscheinung hier unten ihre Gegenerscheinung anderswo. Alles ist hier »halb«, wie es heißt, nichts ist hier vollständig, und nichts ist hier bis ins Letzte zu verstehen.Diese Gegenseite ist nun aber in den Namen der grundlegenden Zeichen dennoch bekannt. Da, im Innersten, ist alles anwesend, diese Seite und die andere Seite. Denn im Innersten liegt doch der Ursprung des Wortes; dort sind die absoluten Proportionen offenbar. Was hier, in unserer Erscheinungsform, sich als Gegensatz äußert, ist dort, im Wesentlichen, zwar andersartig, doch gleichwohl auch zusammengehörig, in einem harmonischen Ganzen zueinander passend, vereint. Es ist dort Zweiheit und Einheit in einem. Man denke nur an die Form des Zeichens für »eins«: die Einheit gebildet aus zwei Zehnern, die vom Zeichen »6« miteinander verbunden sind.So besteht eine Einheit auch zwischen dem ersten und dem letzten Zeichen. Sie sind Gegensätze, für unsere Welt sind sie die extremsten Gegensätze. Und doch ist das Wort für »Zeichen« eine Verbindung des ersten Buchstabens mit dem letzten. Das ist eben das Zeichen. Und wenn man im Wort von einer Sache andeuten will, daß man alle Merkmale dieser Sache mit einschließen möchte, alle Positionen, alle Möglichkeiten, alle Potenzen, dann benutzt man den Ausdruck eth, geschrieben 1-400. Also wenn etwas wirklich ganz, vollständig umschrieben werden muß, dann ist es das Zusammentreffen der einen mit der anderen Seite, des Anfangs und des Endes. Hier sind für unsere Erscheinungsform die größten Gegensätze, in Wirklichkeit aber ist es die einzig mögliche Darstellung einer Sache als Ganzes. Wenn wir aber gelegentlich sagen, etwas sei »von A bis Z so«, dann meinen wir alles das, was hier möglich ist. Doch dies ist, wie man wohl verstehen wird, etwas grundsätzlich anderes als der Begriff 1-400. Dieser will sagen, daß das Gegensätzliche, und zwar das am extremsten Gegensätzliche, zusammen eine Einheit bildet.Daher gibt denn, von diesem Prinzip bestimmt, der Begriff »2« nur die eine Seite wieder. Ihm gegenüber steht der Begriff des Vorletzten, der 300. Je mehr die Entwicklungsreihe sich der Mitte nähert, desto näher rücken sich die Gegensätze. Sie bleiben aber Gegensätze. Sie werden nur in unserer Welt besser verstanden, man könnte sie sich schon eher als eine Einheit vorstellen.

Es ist also sehr wertvoll, daß die Namen der Zeichen und die Reihenfolge ihrer Proportionen beide Seiten umfassen. Man könnte sagen, daß die 22 Buchstaben der Ursprache zweimal elf Zeichen sind, elf von der einen Seite und elf von der anderen. Wenn nun ein Wort von uns verstanden wird, müssen wir uns immer auch vergegenwärtigen, daß dieses Wort einen Gegenbegriff hat, den wir uns nicht vorstellen und den wir auch nicht beschreiben können. Wir können aber, durch die absoluten Zeichen, wohl etwas, nämlich den Proportionswert der Gegenseite kennenlernen. Und das zeigt uns oft sehr überraschende Fakten. Denn durch die Zahlen können wir im Gegensatz zum Bild, zur Erscheinung, zur anderen Seite durchdringen. Wir wissen, daß die Zahlen überall die gleiche Bedeutung haben. Sie drücken das Wesentliche aus; hier noch in Zahlen, in der Welt der Erscheinungen eben als Formen. Beim diesseitigen Wort kennen wir die Form, das Bild; beim gegenseitigen Wort kennen wir keine Form. Wohl aber kennen wir die Zahl und wissen dadurch, mit welcher Form es hier verwandt oder sogar identisch ist. Und das bringt uns ungeahnte Überraschungen, schenkt uns Weit- und Tiefsicht.
Man nennt dieses Wissen und diese Praxis das athbasch-Prinzip. Dieses Wort ist nichts anderes als eine konstruierte Verbindung des ersten mit dem letzten Buchstaben, a — th, und des zweiten mit dem vorletzten Buchstaben, b — sch. Mit dem athbasch kennt man das Wort und die Gegenseite dieses Wortes; man blickt in eine ungekannte, aber ganz bestimmt existierende Welt.
Ich will auch hier zur Illustration einer solchen Praxis ein Beispiel geben. Wir nehmen wieder den Begriff »Mensch«, also adam. Der athbasch-Wert dieses Wortes (s. Tabelle), das von unserer Seite aus geschrieben 1-4-40 ist, beträgt 400-100-10. Das ganze Wort ist also im athbasch 510. Zusammen mit dem diesseitigen Wert, der, wie wir sahen, 45 ist, finden wir für den Menschen die Zahl 555, also die Zahl, von der wir wissen, daß sie eine andere Welt, daß sie Himmel und Erde vergegenwärtigt. Wir erinnern uns auch an die kurze Besprechung von 500, 50 und 5. Ohne Worte ist hier vom Menschen etwas ausgesagt, das so durchgreifend ist, so unumstößlich darauf hinweist, daß der Mensch neben seiner Erscheinung hier auch noch ganz etwas anderes ist, so daß man tatsächlich sagen kann, hier die Formel, die Definition des Menschen zu haben. Es erübrigt sich vielleicht, hier noch darauf hinzuweisen, daß der volle Wert für adam, 625, die 54 ist, die 5 also wieder in vierfacher Potenz. Wenn man, was in meinen anderen Schriften ausführlich von den 4 Welten erzählt wird, versteht, so wird man diese 54 auch als ein Wunder des Wortes empfinden. Der verborgene Wert, wofür wir oben die 580 gefunden haben, bedeutet für den Kenner meiner anderen Schriften ebenfalls eine ausschlaggebende Mitteilung. Denn mittels der 58 wie der 10 bzw. 100 x 58 erzählt das Wort vom entscheidenden Punkt der Erlösung, dem Ende der Welt der Zweiheit. Und der athbasch-Wert von adam, 510, den wir hier oben bezeichnet haben, zeigt tatsächlich auf die »Gegenseite<. Es ist nämlich der verborgene Wert für das Wort maschiach, den »Gesalbten<, den Messias also. Dieses Wort maschiach, 40-300-10-8, ist mit seinem vollen Wert (40-40, 300-10-50, 10-6-4, 8-400) 868, und da der äußere Wert 358 ist, bedeutet es, daß der verborgene Wert dieses Wortes genau diese 510 des Menschen ist.”


 

Geometrisch könnte man es so darstellen:

Athbasch-Prinzip