Ursprache

Das Wort als Mittler der Welten

Kategorie: Tageszitat (Seite 2 von 17)

Lieder des Lebens

Friedrich Weinreb in Wunder der Zeichen Wunder der Sprache

Die Melodie erzeugt den Zusammenhang zwischen den Zeichen und den Worten, den Versen oder Sätzen und sogar den Abschnitten. Über diesen Gesamtheiten, in denen ja der Sinn zutage tritt, kann sehr wohl geurteilt werden. Gehen sie von der Schlange aus, oder spricht in ihnen der Adam Kadmon? Denn mit der Melodie kommt man in den Bereich, wo es sich entscheidet. Über den Menschen als Zeichen kann nicht geurteilt werden. Er ist sowohl ein Zeichen als auch eine Verbindung von Zeichen zu einem Wort, ja auch eine Verbindung von Worten zum Ganzen eines Verses. Aber als solcher kann er dennoch in seinem Leben viele Melodien anstimmen, er kann sich zu verschiedenen «Völkern» hingezogen fühlen, mit ihnen Gemeinsames empfinden, Zusammengehörigkeit erleben oder sich auch abgestoßen fühlen.

weiterlesen

Sicherheit auf Kosten der Kinder

Friedrich Weinreb in Das Opfer in der Bibel

Hier auf der Erde vollzieht sich das Äußerste dieser Zweiheit, das Äußerste des Schreckens. Schlimmer als auf dieser Erde, heißt es, geht es nicht. So weit, wie man hier von allem getrennt ist, ist man nirgends sonst getrennt. Aber das Entsetzen, das man erlebt, weil man sieht, wie dieses äußerst Mögliche aussieht, hat seinen guten Sinn. Der Sinn des Ganzen ist die Rückkehr aus diesem Äußersten. Man soll dabei den Schrecken des Alleräußersten mit sich nehmen, wodurch alles in äußerste Freude und Glückseligkeit umschlägt. Deshalb geht die Verbannung so weit wie nur möglich, deshalb werden von dieser Verbannung besonders viele Einzelheiten erzählt.

weiterlesen

Tiefste Verzweiflung am Ende der Nacht

Friedrich Weinreb in Traumleben IV

Die Bibel lässt Abend und Nacht vorangehen, weil vielleicht dort vieles Wesentliche geschieht. Die dunkle Nacht verbirgt den Sinn, lässt alles vage und ungewiss erscheinen. Vielleicht geht es in der Schöpfung nicht um klares Wissen, sondern um eine Beziehung des Menschen zum Unbekannten, eine Hingabe ohne die Sicherheit eines Erfolges, ein Hinnehmen ohne Erkenntnis eines Sinnes des Getragenen.

weiterlesen

Man muss den Weg doch selber gehen

Friedrich Weinreb in Die jüdischen Wurzeln des Matthäus-Evangeliums

Der Satan will immer nur, dass wir uns mit dieser Welt abgeben und den Beweis erbringen, dass alles logisch zusammenstimme. Satan will, dass der Kreis sich schließe. Und wenn wir mit Wundern aufwarten und Glauben fordern, so ist das immer sehr verdächtig. Dass hier Wunder geschehen, ist sicher. Aber es geschehen auch »nissajon«*, also Versuchungen. Wenn ich ein echtes Wunder sähe, würde ich sagen: Das Wunder bedeutet, dass ich verstehen soll, wie diese Welt mit der anderen verbunden ist, und dass sie beide eine Einheit bilden. Und diese Dinge geschehen nicht nur in dieser Welt.

weiterlesen

Der Liebende findet sein Gegenüber

Friedrich Weinreb in Biblische Porträts

So sind die Geschichten der Bibel für mich nicht Geschichten, »wie es in früheren Zeiten einmal war«. Damit leugneten wir den Samen des Ewigen im Leben. Die Bibel erzählt davon, wie Gott die Welt und ihre Entwicklung sieht. Deshalb spricht man vom »Heiligen Geist«, der die Worte der Bibel in die Welt bringt. Es gibt auch »böse Geister«. Von ihnen gehen andere Erzählungen aus. Wie man das unterscheidet? Ich glaube, wenn man etwas von Liebe, von der Liebe um des anderen willen spürt, dann unterscheidet man auch.

weiterlesen

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén