Friedrich Weinreb in Der Krieg der Römerin, Band II

Der Weg aber bringt immer neue Landschaften, und überall sieht man das Siegel Gottes eingeprägt. Das Leben ist ewig. Wenn man diese Geschichte versteht, sieht man, dass nichts verloren geht. Es wiederholt sich, ist wie unerkennbar und ist doch das gleiche, Gottes Wort, mit dem gleichen Siegel Gottes geprägt. Nichts kann hier allein stehen, für sich, getrennt von anderen Welten. Wenn man das spürt, das lebt, kennt man das, was ich vorher meinte, das Maß der Welt. Hoffnung kommt aus der Freude, nicht aus der Verzweiflung.
Verzweiflung bedeutet, man kennt nur diese Welt und glaubt nun, sie geht verloren. Dann bedeutet es, man glaubt, alles geht unter. Wer so lebt, ist schon abgeschnitten vom Baum des Lebens. Für ihn bedeutet Hoffnung die Erwartung eines falschen Propheten, eines Lügenpropheten. Hoffnung könnte bei uns nur aus der Überzeugung vom Leben in der anderen Welt kommen, vom Leben als >Hilfe uns gegenüber<. Man weiß, dass man nicht sterben wird. >Ich werde nicht sterben, ich werde leben und werde die Taten von Gott erzählen<, heißt es doch in den Psalmen (Ps. 118,17). Man weiß, dass Sterben doch Weiterleben heißt. Und dass man von all dem erzählen wird. Deshalb ist es sehr gut und wichtig, Hoffnung zu schenken. Denn es ist wahr, wenn man aus eigenem reinen Leben Hoffnung schenkt, dann schenkt man das andere Leben, das ganze Leben.