Früher ging man davon aus, dass die Stimmung des Menschen von seinen Körpersäften abhängt. So entstand die Verbindung zwischen Humor (lat. Feuchtigkeit) und der heiteren Gelassenheit. Menschlichkeit wird im Lateinischen humanitas genannt, und der Humus ist der Erdboden, von welchem nach 1. Mose 3,19 der Mensch, hebr. Adam (der Name Adam bedeutet Mensch) genommen ist. Im Hebräischen lautet dieser Erdboden adamah, was man auch mit »Menschin« übersetzen kann. Adamah ist die feuchte Erde. Getrocknet zerfällt sie in Staub, hebr. aphar. Da Wasser im Hebräischen eine Entsprechung für die Zeit ist, verstehen wir ganz einfach, weshalb ein Mensch, der keine Zeit für sich findet, austrocknet und zerfällt. Nicht umsonst spricht man von »ausgebrannt« (Burnout), wenn jemand am Ende ist. In diesem Zustand hat man gewöhnlich »nichts mehr zu lachen«. Feuchtigkeit verbindet Staub zu Erde, schafft Zusammenhang, Verbindung, Beziehung. Ohne Feuchtigkeit ist Leben unmöglich. Mit dem Vers in Joh 14,6 (Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben) erkennen wir anhand des Gesagten, dass das Leben hier zwingend an Zeit gekoppelt ist und in erster Linie ein Erleben bei dir selbst meint.

Humor ist eine essentielle Eigenschaft des Menschen und stets geeignet, Grenzen zu durchbrechen. Aus der Unterhaltung ist bekannt, dass es viel schwieriger ist Menschen zum Lachen als zum Weinen zu bringen. Traurige Geschichten hat fast jeder auf Lager und mit einer sentimentalen Erzählweise gepaart, ziehen sie die Zuhörer mit Macht nach unten. Das ist der Grund, weshalb man im alten Wissen Sentimentalität mit dem Gespräch mit der Schlange gleichsetzt und abweist. Der weibliche Teil in uns (Eva) ist für emotionale Ausfälle besonders empfänglich. Die übermäßige Traurigkeit führt in die Gefangenschaft. Man ist gefangen, denkt und handelt ausschließlich nach seiner irdischen Wahrnehmung, die dem Wesen Ägyptens entspricht. Ein Ausweg daraus ist immer ein Durchbruch. Humor kann solche Mauern durchbrechen.
Was geschieht eigentlich beim Lachen über einen Witz? Warum ist ein Witz lustig? Der Ausgang, die sogenannte Pointe, durchbricht unser »normales« Denken. Es geht ganz anders aus als erwartet. Deshalb lachen wir über einen Witz auch nur beim ersten Verstehen wirklich. In uns ist ein neuer Pfad entstanden, ein Durchbruch hat stattgefunden. Beim zweiten Hören ist dieser Ausgang bereits bekannt und keine Überraschung mehr. Sobald wir keine Überraschungen mehr erleben, ist das Leben langweilig, sinnlos, zerfällt alles in Staub. Aus Staub lässt sich nichts formen. “Freue dich mit den Freuenden!” (Röm. 12,15). Wer anderen die Freude nicht gönnt, hasst sich in Wirklichkeit selbst. Selbsthass erzeugt Neid und Missgunst. Diese Menschen gönnen sich auch selbst die Freude nicht. Man erkennt sie an ihren verbissenen Gesichtern und der »Fischmimik« (herunterhängende Mundwinkel). Es ist eine traurige Tatsache, dass insbesondere dort, wo man die größte Freude haben sollte, oft den größten Selbsthass findet. Die Rede ist von religiösen Gemeinschaften.