Hebr. ist Rache n’kamah, 50-100-40-5, und stammt vom Wort kum, 100-6-40, das aufrichten, wieder hinstellen, bedeutet. Im Hebräischen hat Rache nichts mit dem Freilassen von Aggression und Vergeltung zu tun, so wie wir es kennen. Nein, was fällt wird wieder aufgerichtet. Des Menschen Zorn ist durch sein Urteilen nach dem Augenblick begründet. Er übersieht nicht das Ganze, weiß kaum etwas von den größeren Zusammenhängen eines Geschehens und Erlebnisses. Darum soll der Mensch auch nicht urteilen.

Das gr. exdikeo das im NT für Rache verwendet wird, bedeutet in seinem Ursprung »jemand zu seinem Recht verhelfen«. Erst im Laufe der Zeit wurde die Bedeutung umgekehrt und Rache bzw. Strafe daraus gemacht. Das Wort ist aus »ek« (= aus) und »dike« (= Recht, Gewohnheit) zusammengesetzt, was die Bedeutung im Hebräischen unterstreicht: Aus dem Recht(sweg) herausgenommen. In Römer 12,9 wird 5. Mose 32,35 interpretiert zitiert:

»Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HERR.«

Im Original steht in 5. Mose: li (mein) nakam (Rache, von kum, 100-6-40, aufstehen) w’schilem (und vergelten = wiedererstatten) l’et (zur Zeit) tamut (schwanken, stürzen) raglam (ihr Fuß – singular = einseitig!) usw. Schilem (vergelten), 300-30-50, ist identisch mit Schalom (Frieden). Die Rache Gottes ist nichts anderes als dass der Mensch das ihm verlustig Gegangene erstattet bekommt. Wie das geschieht ist Gottes Angelegenheit, darum brauchen wir uns nicht zu kümmern. Woher wollen wir wissen, was unserem Nächsten fehlt? Wir wissen noch nicht einmal was uns fehlt! Die Dinge laufen ganz anders ab, als wir es überschauen können. Gott erstattet alles und bringt es zum Frieden. Wenn nicht hier dann dort. Vertraue darauf. Das ist alles. Schalom!