Das hebr. Wort für Stroh lautet tewen, 400-2-50. Es wird auch mit »Häcksel« übersetzt. Stroh ist das Baumaterial Ägyptens. Es war Träger der Frucht, die die Entwicklung hervorbrachte. Die Ernte trennte die Verbindung des Halmes mit der Erde, die Frucht ist daraus gedroschen worden; übrig bleibt die trockene Hülle. Das Stroh gibt beim Bauen der Ziegelsteine den nötigen Zusammenhang. Zunächst gab Pharao das Stroh. Er gab die Zusammenhänge, die für die Bauprojekte in Ägypten benötigt wurden. Das Verlangen der Kinder Israel Gott zu opfern, veranlasst Pharao, die Last und den Druck auf Israel zu erhöhen. Opfern hat dem Worte nach nichts mit grausamen Abschlachtritualen zu tun, sondern bedeutet »näherkommen«. Israel weiß darum, dass man Gott in Ägypten nicht näherkommen kann.

Israel steht für die Seele in uns. Es ist unser Jenseitiges, so sagt es das Wort bereits: Hebräer ist im Hebr. Eber, 70-2-200, und das bedeutet »jenseits« bzw. “von der anderen Seite”. In Ägypten, der Welt von Säen und Ernten, also Ursache und Wirkung, der Welt der Naturgesetze, wird Israel versklavt. Auf uns übersetzt: Das Leben im Körper, in der materiellen Welt, ist das Leben in Ägypten. Ein Mensch, der sich den Gesetzen von Ursache und Wirkung unterwirft, versklavt seine eigene Seele. Deine Seele, dein Inneres, muss dem Äußeren dienen. Pharao ist die Instanz in dir selbst, die Herrscher über deine irdische Wahrnehmung ist. Warum sollte sich diese Wahrnehmung irren? Nach wem sehnt sich die Seele? Wem will sie näherkommen? »Schau her, du kannst hier im schönen Ägypten alles haben!«, argumentiert Pharao bis heute bei uns. »Mehr brauchst du nicht.«  Der Mensch aber, der seiner innewohnenden Sehnsucht nach Sinnfindung folgt, beschwört Pharaos Zorn herauf. Nun gibt diser kein Stroh mehr. Das muss Israel jetzt selbst sammeln. Dazu zerstreuen sie sich in »ganz Ägypten« wie es in 2. Mose 5,12 heißt. Bei uns selbst ist es die Rastlosigkeit, die sich auf einmal einstellt. Man beginnt die Welt zu bereisen, besucht Vorträge, Seminare, liest zahllose Bücher, nur um etwas zu finden, was (tote) Zusammenhänge bringt, wodurch man etwas in Ägypten bauen kann. Früher war die Last erträglicher. Warum nur wird der Mensch auf einmal so unruhig, ist mit nichts mehr zufrieden? Er sucht Stroh. Er muss. Jeder Mensch trägt »Israel«, die Seele, in sich. Diese sucht die Verbindung mit ihrem Ursprung, möchte die Trennung überwinden, will wieder »eins-werden«. In diesem Zustand ist von Erlösung noch nichts erkennbar. Aber sie ist auf dem Weg.

Unrast, Wandertrieb und Reiselust sind im Alten Wissen Ausdruck einer bevorstehenden Zeitenwende. Immer wenn die Menschen mobil werden, auf die Straßen gehen, protestieren, usw. naht ein Umbruch.
Wer mit dem Hebräischen etwas vertrauter ist, erkennt, dass das Wort für Stroh, tewen, 400-2-50, aus dem Wort »Sohn« (Ben, 2-50) in Verbindung mit der 400, der Zahl für »Kreuz«, besteht. Wenn du den Sohn in der Zeit, in der 400 (Gefangenschaft in Ägypten) festmachst, und auf ein »damals« verweist, dann findest du nur tote Zusammenhänge, die für Ägypten sicher wertvoll, aber ungeeignet sind Gott zu nahen. Suche ihn nicht bei den Toten. Das Grab ist doch leer. Er lebt – in dir und durch dich!