Ursprache

Das Wort als Mittler der Welten

Schlagwort: Geschichte

Höher als der Himmel

Unser Tun offenbart wes Geistes Kinder wir sind. Die Königswürde Jesu zeigt sich in dieser Welt gemäß Matth. 25,31 ff verkleidet als Hungriger, Durstiger, Fremder, Nackter, Kranker und Gefangener ( 6 ägyptische Parameter ). Unsere Natur empfindet bei der Begegnung mit derlei Personen bzw. Eigenschaften Unbehagen und manchmal sogar eine gewisse Scheu; man könnte auch sagen Skepsis. Das Wort Skepsis stammt aus dem Griechischen, wo es in Verbindung mit dem Adverb epi zum Begriff besuchen wird (episkeptomai). So wird es auch in Matth. 25 (oben) in Verbindung mit dem Besuch von Kranken und Gefangenen gebraucht. Wörtlich kann man dieses Wort auch mit hinschauen und darauf sehen übersetzen. Der episkopos ist der Aufseher, der für etwas verantwortlich ist. Auch er gehört dieser Sprachfamilie an. Wofür sind wir verantwortlich? Das alte Wissen sagt: Für deine Neschamah, deine göttliche Seele bist du verantwortlich. Und nur für sie. Das meint: Die Neschamah in uns ist im Exil. Sie leidet wie oben beschrieben. Wir begegnen ihr im “Nicht-Mehr-Wegsehen” von den Menschen und den Zuständen, die damit verbunden sind. Begegnung hier ist Begegnung dort, heißt es. Schauen wir hin, nicht weg! So sagt Jesus schließlich (Matth. 25,40):

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Stets bereit

Friedrich Weinreb in Vor Babel

(…) man soll niemals über das Sterben eines Menschen sprechen. Denn ein Mensch stirbt niemals, er wechselt nur in etwas anderes über, aber sterben tut er nicht. Und dann: >Man weiß nie.< Der Wunsch, daß es der letzte Tag wäre, der jüngste Tag dieser Existenz, daß es auch eine andere Welt gibt, könnte in Erfüllung gehen. Manchmal sagt man, daß einer nur noch eine bestimmte Zeitspanne zu leben hätte. Das darf man aber nicht sagen, denn darüber weiß man nichts. Niemand weiß, was in einer Stunde geschieht oder in einer Minute, vielleicht sieht die Welt dann vollkommen anders aus. Immer muß lebendig bleiben, daß so etwas möglich ist.

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