Man kennt gegenwärtig die sogenannte Inflation des Wortes. Früher war es äußerst schwierig, bestimmte Dinge aufzuschreiben. Man verfügte kaum über geeignetes Schreibmaterial, ganz zu schweigen davon, dass kaum jemand schreiben oder lesen konnte. Dadurch war das, was aufgeschrieben wurde, von viel höherer Bedeutung. Dinge die selten sind behandelt man mit Achtung und Würde. Für jemand, der durch die Wüste reist, ist Wasser wertvoller als Gold. Wir brauchen nicht über Dinge nachzudenken, die uns leicht kommen. Deshalb ist das heute von uns Gelesene und Geschriebene oft ohne weitere Bedeutung für uns. Wir merken schon gar nicht mehr, was wir lesen, weil wir zu viel lesen; schmecken das Wort nicht mehr, haben kein Bedürfnis mehr zu überprüfen.

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