Ursprache

Das Wort als Mittler der Welten

Schlagwort: Turmbau zu Babel

Dem Geheimnis näherkommen

Friedrich Weinreb in Wort, Sprache und Sprechen

Wenn wir also dieses Traumbild vom Brennen der Ziegel in Babel erleben, bedeutet es das Verlangen, sogar die Sehnsucht, alles hier, diesseitig erklären zu können. Man möchte sich jede Sache klar vor Augen stellen, um ihre Struktur zu erkennen, einzusehen, wie sie rechts und links und in der Mitte ist. So bewegt sich der Mensch in Richtung Himmel. Mit diesem Turm glaubt er, groß und umfassend zu werden. »Migdal«, Turm, von »gadol«, groß. Mit dem Wachsen des Turmes wird seine Einsicht immer umfassender.

weiterlesen

Der seelenlose Mensch

Friedrich Weinreb in Wie sie den Anfang träumten (Abschnitt 112)

Wenn die Störung der Sprache über den Menschen hereinbricht, entscheidet sich auch das Los der drei Gruppen. Jene, die den Himmel ersteigen wollten um ihn für die Erde zu erobern, werden über die weite Welt zerstreut und der Turmbau (zu Babel) kommt zum Stillstand. Die aber darauf aus waren, die Götter irdischer Form im Himmel aufzustellen, werden zu kofim, das sind Affen. Die Letzten hatten der höheren Welt ein Ende machen wollen; sie töten einer den andern. Die missgünstige Dreiheit ist auch in jedem Menschen am Werk. Diese drei sind in jedem Menschen, der den Weg des migdal (Turmes) geht. Die Welt, die dann entsteht, heißt Babel. Die Begriffe balbel und balul – verwirren, vermengen – hängen damit zusammen. Am Platze Babel gibt es keine Klarheit mehr.

weiterlesen

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén