ha-mozi lechem min ha-arez:
Er lässt uns das Brot finden, das aus der Erde kommt.
Von Anfang an war es schon da.
Glaube nicht, dass es durch dich gemacht wurde.
Ohne Freude ist jeder Reichtum nichtig
Wer ist reich? „Derjenige, der sich an seinem Anteil erfreut“
Worte können dich steigen lassen
Eine vulgäre Sprache erniedrigt dich unter das Tier. Eine heilige Sprache zieht dich zum Himmel.
Was bleibt am Ende?
Und hättest du 1000 Jahre gelebt, so käme es dir in deiner letzten Stunde vor, als hättest du nur eine Stunde auf Erden verbracht.
Die Notwendigkeit des Verborgenen
Das wahre Geben muss im Stillen geschehen, damit der Beschenkte keinen Dank schuldet und die Gabe somit umsonst bleibt.
Die Notwendigkeit des Undanks
Man erkennt, dass man nicht ausgenutzt wird, wenn man das Gute tut, auch wenn Undank dafür zuteil wird, oder wenn es einem sogar schadet. Die Freude des Schenkens ist der einzige Lohn, der zählt.
Fühlst du dich ausgenutzt?
Wer das Gefühl hat, ausgenutzt zu werden, muss prüfen, ob er selbst in einer kaufmännischen Beziehung zu Gott oder zur Welt steht und Lohn erwartet.
Gnade enttäuscht den Kaufmann
Sobald man rechnet, wird man enttäuscht, weil die Gnade (חסד) nicht kausal wirkt.
Das Fremde ist dir vertrauter als du denkst
Es gibt eine Welt über uns; in Erzählungen dringt sie indirekt durch, weil eine direkte Sprache niemand verstehen könnte. Also erzählt sie in unzähligen Variationen Dinge, die uns vertraut sind, um uns daran zu erinnern, dass das Fremde nur so lange fremd ist, bis es von sich erzählt.
Das Glück sucht dich
Das Glück stößt den zurück, der ihm Gewalt antun will;
es sucht den auf, der es erwartet.
Es gibt Wichtigeres, als die eigene Geschichte
Die Menschen erzählen gerne ihre Geschichten, aber die einzige Geschichte, die man immer wieder erzählen sollte, ist die Geschichte der Thora. Alles andere kann zum Menschenkult werden.
Ewige Gültigkeit
Was sich nie und nirgends ergeben hat, das allein veraltet nie.
Geistliche Unabhängigkeit
Wer einmal mit dem Atmen begonnen hat, braucht die Trennung von der Nabelschnur nicht mehr zu fürchten.
Die Intension zählt
Wer Gutes vorhat erfährt himmlischen Beistand; wer Böses plant wird lediglich nicht gehindert.
Kämpfe niemals, um dem anderen zu schaden!
Jeder ernstliche Kampf findet seine Versöhnung. Nur die Lüge, die innere Unwahrheit, ist zur ewigen Qual verdammt.
Was dein Essen über dich verrät
Jede Speise, die dem Körper schadet, schadet auch der Seele.
Wie du dir selbst helfen kannst
Jedes gute Werk eines Menschen lässt einen Engel zu seiner Seite herabsteigen, der ihn nicht mehr verlässt.
Misstrauen entmachtet
Bis zum letzten Augenblicke des Todes misstraue dir selbst.
Kompliziertes hat keine Tiefe
Einfache Worte durchdringen den Filter der Vernunft wie kleine Sandkörner das grobe Sieb.
Unterschätzt
Die Feder (des Schreibers) ist stärker als das Schwert.
Gehe nicht den Weg der anderen
So wie der Tau von keinem Geschöpf beherrscht wird, so wird auch kein Geschöpf euch beherrschen, wenn ihr meinen Willen tut.
Innen ist oben – Außen ist unten
Im Heiligen steige immer aufwärts, nie abwärts.
Wo es die Liebe nicht aushält
Solange du deine ewige Seite hasst, kannst du keinen Menschen lieben.
Viele Menschen identifizieren sich mit ihrer vergänglichen Seite und wundern sich, weshalb die Liebe vor ihnen flieht.
Du schuldest mir nichts!
»Und dennoch hat die Sonne nach all der Zeit noch nie zur Erde gesagt: ›Du schuldest mir etwas.‹ Schau, was eine solche Liebe bewirkt. Sie erleuchtet den Himmel.«
Verschlossene Weisheit
Die Weisheit, die sich in sich verschließt, gleicht einer Myrthe in der Wüste, die niemanden erfreut.
Weg, Wahrheit und Leben
Wer lebendig ist, zeigt Interesse. Lat. Inter-Esse bedeutet „Dazwischen-Sein“oder „In der Mitte stehen“. Ein solcher wird auch Mittler genannt. Ein Weg ist ein Mittler zwischen 2 Orten. Wahrheit ist im Hebräischen identisch mit „ich sterbe“ (אמת). Ich sterbe, um Leben und Tod miteinander zu verbinden und um so als Neuer wiederzukommen.
Seliges Schweigen
Wer zu Beleidigungen schweigt, dessen Sache übernimmt Gott selbst.
Nach vorne bringen
Wer das Gute fördert, ist größer, als der, der es tut.
Der Faule leidet Hier und Dort
Schon ein wenig Fleiß kann der Faulheit die Kraft nehmen. Faulheit bringt faule Gedanken. Fleiß erfrischt den Geist.
Geballte Dummheit
Selbst wenn man Dummheit potenziert, wird daraus keine Klugheit.
Das erfüllte Wort
Das Art deines Handelns bestimmt die Kraft deiner Worte.
Abgenabelt
Wer einmal mit dem Atmen begonnen hat, braucht die Trennung von der Nabelschnur nicht mehr zu fürchten.
Die Thora im Herzen
Die Thora, welche du in dieser Welt erlernst, ist eitel gegen die in jener Welt; denn in dieser Welt lernt der Mensch Thora und vergisst sie wieder, was steht aber von der künftigen Welt geschrieben?
Ich werde meine Thora in euer Inneres geben (Jer. 31: 33)
Vergängliches Glück
All das Glück, was der Mensch in dieser Welt sieht, ist eitel im Vergleich zu dem Glücke der künftigen Welt; denn in dieser Welt stirbt der Mensch und hinterlässt seinen Wohlstand einem andern, aber in Bezug auf die künftige Welt heißt es:
Sie werden nicht Häuser bauen und ein anderer wird sie bewohnen.
Der Mensch als Verwalter
In vielerlei Hinsicht ist der Mensch nur ein Verwalter.
Das Verwalten soll „ungerecht“ sein, also auf Kosten des eigentlichen Besitzers, und das ist Gott selbst. Ein Ungerechter ist in diesem Sinne ein Gerechter, weil er den einbezieht, der über grenzenlose Möglichkeiten verfügt.
Der Kopfmensch
Ein Kopfmensch ist geizig. Er gibt nichts.
So bekommt auch er weder Freude noch Trost. Sein Leben ist kalt und von Angst bestimmt. Durch sein Tun kann er sofort durchbrechen – in beide Richtungen.
Die Reaktion bestimmen
Die Reaktion unseres Gegenübers können wir beeinflussen, aber nicht bestimmen. Unsere eigene Re-Aktion hingegen können wir verändern.
Entsorge deine Enttäuschung
Verschwende deine Zeit nicht mit Grübeln über Enttäuschungen und Niederlagen. Davon wird ohnehin nichts übrig bleiben.
Baue, tue, wirke etwas, das andere einen Schimmer des Ewigen erhaschen lässt. Das bleibt.
Die Ähre lässt den Kopf hängen
Eine reife Ähre neigt sich ihren Wurzeln zu. In diesem Fall ist das »den Kopf hängen lassen« keine Resignation, sondern ein Verbeugen vor dem Schnitter.
Hingabe ist keine Schwäche, aber auch nicht der Anfang des Weges.
Ausscheidung und Austreibung
Die Geburt ist keine Ausscheidung, sondern eine Austreibung.
Der Knoten
Es heißt, dass zwischen dem Diesseitigen und dem Jenseitigen eine direkte Verbindung besteht, jedoch über einen Knoten.
Der Knoten macht es unmöglich, die Fäden unserer Erlebnisse zu ihrem wahren Ursprung zurückzuverfolgen.
Information – Joseph
Die In-Formation gestaltet von innen nach außen die Form. Joseph kommt nach Ägypten und gestaltet dort alles um. »Was er euch sagt, das tut!«
Die Gefahr der Bescheidenheit
Bescheidenheit ist nicht etwas, was man an den Tag legen kann. Man darf sich ihrer nicht einmal bewusst sein. Wenn man sich dessen bewusst ist, dass man bescheiden ist, ist das das Gefährlichste, was es gibt.
Das Tun ändert das Denken
Nicht der Gedanke ist die Hauptsache, ist entscheidend, sondern die Tat. Das Tun bestimmt den Gedanken.
Der Gedanke ist dann dasjenige, was der Mensch auf dem Weg (wachend) träumt.
Fluch des Erfolges
Wenn man von der Masse anerkannt wird, wird das nicht als Segen erachtet. Irdischer Erfolg ist dem Fluch viel näher.
Die Anerkennung des Himmels erkennst du an einer Freude, die weder Reue noch Kater im Gepäck hat.
Nicht so ernst
Mit Bitterkeit und Rechthaberei hat dich der Teufel schon am Schlafittich. Das Feuer der Aggression wird dich so verzehren.
Nimm hier nichts zu ernst, fang an zu lachen und denke immer daran, dass es sowieso anders ist, als es aussieht.
Einfache Worte
Je höher die Wahrheit, desto einfacher die Worte, wodurch sie ausgedrückt werden kann.
Schnelle Blüte
Früh bestäubt – schnell verblüht
Wofür dich Freund und Feind halten
Lüge ist nicht falsch
Eine Lüge muss nicht falsch sein; sie ist jedoch nur ein Ausschnitt des Ganzen. Was ihr fehlt, sind Anfang und Ende. Wer die Wahrheit sucht, gibt sich nicht mit Teilaussagen zufrieden.
Wer hat bekommt
Sei zunächst einmal zufrieden mit dem, was du hast, denn wer hat, dem wird überfließend gegeben.
Voreilende Erfüllung
Es heißt im alten Wissen: Die Erfüllung geht dem Verlangen voraus.
Wer geht dem Messias voraus? Es ist Elia, der in den Geburtswehen des Messias ruft: „Alles ist längst da, es besteht kein Anlass zur Sorge.“
Dahinterstehen
Bringe nichts nach vorn, wenn du nicht dahinterstehst.
Bewirte jeden Gast
Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Jeden Morgen ein neuer Gast. Freude, Depression und Niedertracht – auch ein Moment der Achtsamkeit kommt unverhofft zu Besuch.
Grüße und bewirte sie alle! Behandle jeden Gast ehrenvoll. Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit – begegne ihnen lachend an der Tür, und lade sie zu dir ein. Sei dankbar für jeden, der kommt, denn alle wurden dir aus einer anderen Welt geschickt, um dich zu führen.
50x mehr
Wenn du von heiligen Dingen sprichst, musst du 50 Mal mehr wissen, als du sagst.
Das will sagen, es muss sich von selbst sprechen, muss aus dir sprudeln wie aus einer befreiten Quelle.
Wissen und Furcht
Wem gleicht der, der Thora-Wissen besitzt, aber keine Gottesfurcht?
Einem Palastwächter, dem man die Schlüssel zu den inneren Gemächern übergab, aber nicht zum äußeren Hof. Durch welchen Eingang will er jemals ins Innere gelangen?
Keine Erlösung ohne Selbsterkenntnis
Erlösung kann zu einem Menschen nicht kommen, ehe er die Schäden seiner Seele sieht und sie zurechtzubringen unternimmt. Erlösung kann zu einem Volke nicht kommen, ehe es die Schäden seiner Seele sieht und sie zurechtzubringen unternimmt.
Wer, Mensch oder Volk, der Erkenntnis seiner Mängel keinen Zutritt gewährt, zu dem hat die Erlösung keinen Zutritt. Wir werden in dem Maße erlösbar, in dem wir uns selbst sichtbar werden.
Als die Söhne Jakobs zu Josef sprachen: „Rechtschaffen sind wir“, antwortete er ihnen: „Das ist’s, was ich zu euch geredet habe: Kundschafter seid ihr.“ Danach aber, als sie mit Herz und Mund die Wahrheit bekannten und zueinander sprachen: „Wohl, schuldig sind wir, an unserem Bruder“, begann ihre Erlösung aufzuglimmen, vom Erbarmen ergriffen wandte sich Joseph zur Seite und weinte.
Auch das Urteil kehrt um
Das Urteil des Menschen ist wie ein Bumerang:
Einmal weggeworfen, kehrt es wieder zurück und trifft dich dort, wo und wann du am wenigsten damit gerechnet hast.
Die Nahrung des Teufels
Das böse Wort, die schlechte Rede, sind des Satans täglich Brot.
Rede Gutes und das Böse wird kraftlos bei dir.
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Dies ist keine Werbeplattform für religiöse (Ein)Richtungen oder Institutionen. Das Wort sie sollen lassen stahn, soll einst Martin Luther gesagt haben, aber ausgerechnet er verstand die Sprache nicht, worauf die gesamte Bibel gründet.
Als Menschen sind wir im besten Fall Suchende, und die einen suchen hier und die anderen da. Niemand kann für jemand anderen wissen, was dran ist und was zu dessen Lebensweg gehört, deshalb beschränkt sich dieses Angebot hier auf das Wunder des Wortes, wie es uns in der Bibel als Offenbarung des Prinzips des Lebens in allen seinen Facetten begegnet.
Im Laufe der letzten Jahrhunderte ist der Mensch in seinem Verständnis der Welt immer weiter nach außen gedriftet wodurch auch sein Verständnis des Wortes und der Sprache, das den Menschen im Bild und Gleichnis Gottes so einmalig macht, den Zugang zum Inneren verlor. Er folgt in erster Linie seinen Augen und seiner Wahrnehmung, wodurch er auch beim Lesen des Wortes nur noch dessen grammatikalische Hülle gelten lässt.
Solange die Konzentration auf der Hülle und der Schale beruht, bleibt ein historisches Verständnis der Bibel, das einem Gespräch über den Körper eines Verstorbenen gleichkommt.
Der Zugang zum Wort und wie dieses in alten Zeiten gelesen und verstanden wurde, erfolgt hier weitgehend auf der Basis alter, z.T. unbekannter, vorrangig jüdischer Überlieferungen, die durch Friedrich Weinreb in die Sprache unserer Zeit übertragen wurden. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die alt-hebräische Sprache der Bibel. Auch das Neue Testament, das in Alt-Griechisch abgefasst ist, folgt in seinem Aufbau und seinen Erzählungen der Struktur des Alt-Hebräischen. Diese Sprache ist nicht abstrakt und schon gar nicht veraltet, vielmehr offenbart sie in sich die Zeitlosigkeit. Sie blieb über Jahrtausende unverändert und in ihr fallen das Wort und das Wesen dessen, was sie beschreibt, zusammen. Von diesem Verständnis ausgehend eröffnet sich die Bibel als lebendiges Wort.
Leben kennt keine Erstarrung, keine Fixierung und kein „Ich habe recht!“. Jede Sekunde enthält alles und so will das Wort immer wieder neu gelesen, ausgesprochen und verstanden werden. Gott ist das Wort. Über das Wort treten wir direkt in Kontakt mit ihm und umgekehrt. Als Kern des Ganzen tritt er über das Wort ins Außen und eilt allen entgegen, die die Frage nach dem WOHER stellen. Wo kommen wir her?
Das Wort gibt Ant-Wort.