Mose hat das Buch geschrieben, das nach seinem Namen benannt ist, darunter auch den Abschnitt, der von Bileam handelt. Außerdem hat er das Buch Hiob verfasst. Die letzten 8 Verse in der Thora hat Joshua geschrieben. Woher wissen wir dies? Weil es heißt: Und Mose starb daselbst – das kann aber Mose nicht geschrieben haben. Also wird Mose alle Worte der Thora bis zu diesem Satz niedergeschrieben haben, die letzten Zeilen schrieb Joshua.
Aber es steht doch auch geschrieben, dass Mose zuvor den Leviten befahl, die Thora in die Bundeslade zu legen; und sollte in dieser Thora noch ein Satz gefehlt haben, den Joshua erst hinzuschreiben hatte? Nein, so ist es zu verstehen: Mose hat die ganze Thora geschrieben. Bis er zu jener Stelle kam, da sprach ihm Gott immer ein jedes Wort vor, Mose wiederholte es und schrieb es dann nieder; von jenem Satz an aber wiederholte Mose nicht mehr das vorgesprochene Wort, er schrieb nur nieder und weinte dabei. (Bin Gorion, Die Sagen der Juden)
Die Menschen möchten oft wissen, wie es bei ihnen weitergeht: Was ist morgen, nächste Woche, nächstes Jahr? Doch wer könnte die Antwort (er)tragen? „Antworten“ lautet auf Hebräisch anah, ענה. Das Wort bedeutet auch „bedrücken“ und „bedrängen“ (dann inah ausgesprochen). Manchmal wird uns auf unsere Fragen keine Antwort gegeben, weil wir sie nicht verkraften würden.
Von anah ist anaw, ענו, abgeleitet, das man mit demütig, bescheiden oder sanftmütig sein übersetzt.
Der Mann Mose aber war sehr sanftmütig [anav me’od], mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden [ha-adamah] waren. (Lev. 12:3)
Wer tragen kann, muss nicht das Gesicht eines souveränen Helden haben. Stark ist man vielleicht gerade dann, wenn das Verhalten von außen als schwach beurteilt wird. „… er schrieb nur nieder und weinte dabei.“