Der Weg der Zeit – Amerika und der Westen

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printDiesen Artikel drucken
Der Artikel als Audioversion

Die Geschichte der Thora spielt sich zwischen den vier Flüssen, also in der Region zwischen Nil und Ganges, ab. Auch der Thenach als Ganzes (das Alte Testament) verlässt diesen Bereich praktisch nicht. Die Bewegungsrichtung der Zeit ist nach Westen. So wie in der materiellen Erscheinungsform die Sonne jeden Tag diese Richtung hat, so ist auch die grundlegende Bewegungsrichtung der Zeit von Ost nach West. Wir sehen, dass auch die Völker im Thenach später in den Westen ziehen. Das Neue Testament bildet bereits einen neuen Kreis um den inneren Teil der Thora und breitet sich nach Westen aus. Die Reisen der Apostel führen nach Griechenland, Rom, Afrika usw. Sie gehen nicht in den Osten, im Gegenteil, die drei Weisen kommen aus dem Osten. So beschreibt der Thenach den Weg vom Paradies aus in den Osten. Die Sintflut endet mit der Besetzung von Babel. Und Abraham kommt aus dem babylonischen Gebiet und zieht in den Westen über Kanaan nach Mizrajim (Ägypten), kommt wieder zurück und bleibt danach in Kanaan.

Osten heißt auf Hebräisch: kedem, 100-4-40. Und kedem bedeutet: vor, bevor, Ursprung; was auch sagen will, dass der Anfang im Osten liegt und die Richtung der Zeit nach Westen geht.

So kannten die Griechen einen Mann namens Kadmos, der ihnen das Alphabet brachte. Er kam aus dem Osten, also aus Kedem, und trug daher einen hebräischen Namen. Kedem hat in seiner Schreibweise die essentielle Zahlenfolge 1-4-4, genau wie Adam: „Mensch“, der ebenfalls 1-4-4 hat, und auch das hebräische Wort für Wahrheit, emeth, folgt dem gleichen Aufbau: 1-4-4.


Kurze Erläuterung (DM)
Mit „essentieller Zahlenfolge“ ist das Wort auf seinen Zahlenwert in den „Einern“ reduziert. Eine 1 bleibt eine 1 auch wenn sie mit dem Faktor 10 oder 100 „ausgedehnt“ wird. Die 100 ist somit nur eine 1 in den Hundertern. Am Beispiel kedem, das sich in Zahlen 100, 4 und der 40 schreibt (100-440 in der Schreibweise Weinrebs) ist demnach in der Essenz 1-4-4. Adam ist 1440, reduziert auf die Einer auch 1-4-4 und beim Wort Wahrheit, emeth, wird aus dem Original 140-400 ebenfalls die 1-4-4.
Bei dieser Zahlenfolge finden wir zudem noch die Quersumme 9 (1+4+4), die im alten Wissen in Verbindung mit Überprüfbarkeit steht. Begründung: Jede Zahl, deren Quersumme durch 9 teilbar ist, lässt sich selbst durch 9 teilen (sog. Neunerprobe).


Sie ist also, genau wie der Ed, 1-4, der Dunst des Beginns der Schöpfung. Dieser Ed war der Anfang von allem anderen. Die 1 gegenüber der 4 bildet das Kernelement des Ursprungs. Dieses Verhältnis beschreibt das Wesen der Dinge, die (noch) mit dem Kern verbunden sind. Alles, was das Verhältnis 1-4 hat, ist also eine Kernsache. Man könnte auch sagen: ein „Ding an sich“.

Dunst
Ein Dunst steigt auf

Das zeigt also schon, dass der Osten der Anfang ist und dass alles, was sich von dorther manifestiert, also in Erscheinung tritt, wie ein Wachstum aus einem Kern ist, während das, was in die entgegengesetzte Richtung, also gen Westen geht, zum Beispiel eine Rückkehr oder ein bereits zurückgelegter Weg ist.
Westen ist ma’ariv, 40-70-200-2. Das bedeutet „aus der Vermischung“, von mindestens Zweien. Der erste Buchstabe hat den Zahlenwert 40, welches eine bekannte Zeitzahl ist. Was aus dem Gebiet der vier Ströme nach Osten zieht, zieht in die Zeit, die eigentlich vorweltlich ist, d.h. vor dieser Schöpfung, die mit der Zwei beginnt, existiert hat. Kain ging nach Osten, und später auch die Söhne Abrahams, die Kinder Keturahs. Aber alles andere bewegt sich nach Westen. Das Christentum breitet sich nach Westen aus, verliert sogar das Gebiet zwischen den vier Flüssen, das sein ursprüngliches Gebiet war, aber dadurch verliert es auch seinen Kern, seinen Ursprung, und wird ausschließlich westlich. Auch der Islam hat seinen Ursprung im Gebiet der vier Flüsse, besitzt dieses Gebiet noch immer und breitet sich ebenfalls im Westen aus.
Auffällig ist, dass keine der großen Religionen östlich der vier Flüsse Fuß gefasst hat. Das Heidentum in den östlichen Ländern ist kein abstoßendes oder primitives Heidentum, sondern ein Heidentum, das eine besondere Anziehungskraft und Kultur hat. Wie kommt es, dass die großen Religionen, oft ohne jeglichen Drang von außen, die Ideen dieses Heidentums mitgetragen und sich daran angepasst haben? Auf der anderen Seite übernahmen die Länder westlich der vier Flüsse die großen Religionen, als hätten sie auf sie gewartet. Das Heidentum ist dort praktisch verschwunden. Sogar Amerika, wo es ein sehr starkes und prächtiges Heidentum gab, wurde völlig überflutet von den großen Religionen und eingenommen. Von diesem antiken amerikanischen Heidentum ist nichts mehr übrig geblieben.


In erster Linie muss nun untersucht werden, warum die Länder östlich der vier Flüsse bis heute heidnisch geblieben sind. Und ferner, was die Ursache dafür ist, dass Amerika sein ausgeprägtes Heidentum so vollständig verloren hat.
Die Schöpfungsgeschichte mit dem Paradies beginnt dort, wo die Geschichte der Menschheit an den vier Flüssen beginnt. Was in dieser Welt östlich dieser Flüsse liegt, stammt, wie bereits gesagt, also in Wirklichkeit von vor dieser Schöpfung, von vor dem Paradies. Es ist das Gebiet der früheren Welten, die wir in der Manifestation den Fernen Osten nennen. Wir wissen, dass vor dieser Welt die alten Welten waren. Diese Welten entstanden aus der 1, gingen durch die 2 und dann in die Zerstreuung, wo sie verloren gingen. Sie blieben Vielheit, hatten nicht die zentrale Kernkraft, die neutrale Kernkraft, um sie an den Punkt des Ausgangs zurückzubringen, wie es in dieser unserer Welt der Fall ist. Denn diese Welt wurde plötzlich mit der 2 gemacht, hatte also zumindest den Kern, der alles auf sich selbst bezieht. Bei der vorhergehenden war das Wegziehen vom Kern immer zugleich einhergehend mit dem Verlust des Kerns. Auf diese Weise verloren sich diese Welten und gingen durch ihre Vielheit unter. Sie blieben zerbrochen.
Die Länder des Fernen Ostens repräsentieren mit ihrer Art zu leben die Kristallisation der Zeitgeschichte der alten Welten.
Diese waren keine minderwertigen Welten, im Gegenteil, sie waren großartig, mächtig, in gewisser Weise moralisch und ethisch auf hohem Niveau. Das Leben, das in den Ländern des Fernen Ostens entstanden ist, zeigt dies. Und doch sind sie die Welten des Heidentums.

Nicht das, was westlich dieser Länder lag, denn zwischen den vier Flüssen kam die Neue Welt, dort liegt der Nabel dieser Welt. Daher ging von dieser Region das Prinzip der 1 aus und alles westlich davon wurde von der 1 besetzt. Obwohl das Heidentum immer noch so prächtig war, wurde es durch die 1 ausgemerzt und diese 1 nahm seinen Platz ein. Das sehen wir in Amerika, und dasselbe haben wir beim griechischen, römischen, germanischen und anderen Heidentum gesehen. Das Heidentum in Amerika, vor allem in Mittel- und Südamerika, das noch Überreste hinterlassen hat, muss gewaltig gewesen sein.
Wir werden an die Tempel auf den steilen, tausende Meter hohen Felsen in den Anden erinnert, die uns dadurch spotten, dass es Gebäude gibt, die aus Steinblöcken errichtet wurden, die selbst jetzt noch nicht bewegt werden können und von denen jeder Stein aus einem Gebiet stammt, das tausende von Kilometern von der Stelle der Tempel entfernt ist. Mit Mühe kann man nun sogar einen solchen Felsen besteigen. Aber wie kamen diese Blöcke dorthin, aufgetürmt zu riesigen Tempeln? Es muss eine Technik gewesen sein, deren Prinzip wir nicht kennen. Ein weiteres Beispiel ist der spezielle Blick auf die Zeit. Die Astrologie der amerikanischen Völker war perfekt. Sie wussten auch, dass ihr Ende mit dem Auftreten von weißen Menschen aus dem Osten kommen würde. Dennoch ist diese Kultur völlig verschwunden. Sogar die Menschen, die diese Kultur trugen, wurden nahezu ausgelöscht.
Dieses Phänomen bringt uns zum Wesen Amerikas. Amerika erscheint im Gebiet der Welt der vier Flüsse, zu einer Zeit, als diese Welt begann, „rund“ zu denken. Als diese Welt den Anfang und das Ende ihrer Logik in der Welt selbst suchte und zu finden glaubte, entdeckten sie, dass alles rund war, sie waren in dem bekannten Kreis gefangen. Ausgehend von der Rundheit dieser Welt wollten sie Indien erreichen. Indien, das Land östlich der vier Flüsse, das Gebiet an der Grenze zur Schöpfung, sozusagen mit einem Fuß in der Vorwelt stehend. Als sie dies auf dem Weg der Rundheit suchten, fanden sie jedoch etwas anderes. Sie fanden eine neue Welt, die diese ganze Welt, auch die alte, in jeder Hinsicht neu machte. Amerika wurde nach einem Mann aus Edom (Italien), Amerigo Vespucci, benannt, weil er aus Ameria, aus Umbrien kam, dem Sitz des Königreichs Edom.


Die Zeit entwickelt sich wie ein Baum.
Der Baum ist die Erscheinungsform der Zeit, und durch die Form des Baumes lernen wir die Gestalt der Zeit kennen. Die Zeit ist in der alten Erde verwurzelt und bildet ein neues Etwas, das von dieser Erde losgelöst werden kann. Die Zeit vergeht zunächst konzentriert, wie der Stamm eines Baumes, und zerbricht dann in eine unermessliche Vielheit in die Blattkrone des Baumes.

Prinzip der Entwicklung von der 1 in die Vielheit

So formt sich alles aus, was aus einem Kern kommt. Zum Beispiel hat eine explodierende Atombombe die gleiche Form, weil sie eine Erscheinung ist, die von einem Kern ausgeht. Dasselbe findet sich in jedem anderen Bereich. Dass Amerika die Atombombe erfunden hat (Manhattan-Project), war auch verständlich. Die Atombombe ist der Angriff auf den Kern, der Kern wird teilweise zerbrochen und dieser Bruch des Kerns bildet den Atompilz. Als am Anfang der Schöpfung aus der 1 die 2 wurde, entstand auch die Zeit. Diese Zeit hat die Form des Baumes und auch die Form des Atompilzes.
Wenn ein Kern gebrochen wird, entsteht vom Zentrum ausgehend eine starke Kraft, die gegen Ende hin schwach wird. Die Welt der 1 wird schwächer am Ende der Zeit, der 4.

Sobald der Kern geteilt wird,
nehmen die Ereignisse im Leben diesen Verlauf.


Amerika griff den Kern in allen Bereichen an. Es brach die 1 aus dem Gebiet der 4 Flüsse. Es hat die Verbindung mit dem Kreis Europas gebrochen und hat sogar Freude daran, den Kern zu brechen. Auf diese Weise hat es auch den Kern der Materie gebrochen. All diese Phänomene sind parallel, nur drücken sie sich in unterschiedlichen Erscheinungsformen aus. So entwickelt sich auch die Zeit in dieser Welt. Das Ende ist also die Baumkrone mit den Blättern. Es ist schön, beeindruckend, aber schwach gegenüber dem Stamm. Je weiter die Blätter entfernt sind, desto leichter fallen sie ab. Und schließlich fallen sie alle herunter. Doch dieser Weg ins Verderben ist notwendig, denn der Baum wird keine Früchte tragen, wenn es keine Blätter gibt, und die Frucht ist die Neue Welt, die neue Zeit. Blätter sind einerseits Ausdruck der sensiblen aber auch schwachen Vielheit, anderseits künden sie vom Fall, vom Sturz in die Tiefe am Ende der Zeit.
Schon im Hebräischen, das das Wesen eines Dinges beschreibt, bedeutet Blatt, aläh, 70-30-5, aufsteigen und sich entwickeln. Die Ausrichtung ist zum Licht hin und genau mittels diesem werden die Nährstoffe erzeugt, die der Entstehung der Früchte dienen.

Das Ende des Mittelalters
Diese Explosion in Vielheit tritt in der Zeit auf, in der Amerika entdeckt wurde. 1453 ging das Oströmische Reich unter. Nicht umsonst gilt dieser Punkt als das Ende des Mittelalters. Was jetzt kam, nennt man Renaissance, die Wiedergeburt des Heidentums. Das antike Griechenland und Rom begannen, Europa zu infizieren und stimulierten im Wesentlichen die Erforschung der runden Welt. Mit dem Wachstum der Renaissance wuchs die Neue Welt. Dennoch blieb Amerika bis um die Französische Revolution herum im Besitz Europas. Er war also noch mit dem inneren Kreis verbunden, der seinerseits noch mit dem Kern verbunden war, nämlich mit dem Gebiet zwischen den 4 Flüssen, und deshalb blieb dieser äußere Kreis der Kreis Amerikas, der noch vom Gebiet der 1 gespeist werden musste.
Die Französische Revolution war zum Zeitpunkt des Geschehens ein Ereignis, das zuvor schon in der Art und Weise wie die Menschen zu dieser Zeit gedacht hatten, vorbereitet worden war. Das so genannte aufgeklärte Denken brach bewusst mit dem Kern, wollte nichts mehr als physikalisch logisches Denken, begrenzte sich selbst auf das Gebiet des Kreises. Als dieses Denken in vielen Menschen Fleisch geworden war, drückte es sich unwiderruflich in der Erscheinung einer neuen Welt aus.
Kurz vor der Französischen Revolution fiel der Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Staaten von Amerika. Während und kurz nach dieser Ära befreite sich Südamerika von Spanien. Nun, da Amerika sich selbst und seine Grundprinzipien, die von der Französischen Revolution, von einer Regierung durch den Sturz, einer Regierung durch das Volk stammten, bewusst befreit hatte, driftete es ab. Seitdem begann Amerika, den Ton autonom anzugeben.

Amerika spaltet sich von Europa ab.
Schematische Darstellung der Loslösung vom Kern. Befreiung Amerikas von Europa.


In der Welt wurde Amerika zum äußeren Kreis, der, wie in der Materie, die äußeren Eigenschaften der Substanz bestimmt. Amerika brachte das Zeitalter der Elektronen: die elektromagnetischen Wellen, Elektrizität, Telefon, Radio, Elektro-Motoren. Alles machte Gebrauch von elektronischen Wellen. Elektronen sind in der Materie, im Atom, im Kreislauf, im Kreis.
Elektromagnetische Wellen sind Elektronen, die sich vom Kern gelöst haben und ihren eigenen Weg gehen. Es sind Teilchen, die keine Verbindung mehr mit dem Kern haben. Man sieht, wie die Ablösung vom Kern in jedem Bereich erscheint. Als sich Amerika vom Kern des Gebietes der vier Flüsse löste, als es sich bewusst für einen Weg der Vielheit entschied, trat dieselbe Form der Loslösung in jedem anderen Gebiet auf.
Die Materie lässt elektromagnetische Wellen entstehen, ein Phänomen, das in der Vergangenheit nie durch Menschen hervorgerufen werden konnte und das heute von praktisch jedem täglich hervorgerufen wird.

Auch das Denken hat den Kern losgelassen.
Das Denken wurde mehr und mehr zum Kreisdenken, mehr und mehr zum Denken des Spezialisten, der nur einen Teil des Feldes beherrschen kann und bewusst auf das Ganze verzichtet, um nur diesem einen Teil zu dienen. Nur die Gesamtheit der Spezialisten könnte theoretisch das Ganze umfassen, eine Person kann das nicht mehr tun. Die Spezialisten sind selbst zu Elektronen geworden, die sich vom Kern befreit haben und immer weiter abdriften.
Die Frau umkreist den Mann (Jer. 31:22). Die weibliche Materie, das Elektron, die negative Elektrizität, umkreist den Kern, das Positive, den Mann. Der negative, wässrige und kalte Planet umkreist die Sonne, den positiven und heißen Stern. Und die Frau umkreist den Mann. Auch materiell manifestiert sich die männlich-weibliche Einheit durch die Tatsache, dass der Mann der Kern ist, der den Kreis der Frau ausfüllt. Mit der Freisetzung der Elektronen in allen Bereichen ließ auch die Frau ihren Kern los, sie wurde unabhängig und emanzipierte sich.
Sie wurde in allen Arten ihres Erscheinens gleich einem abdriftenden Elektron. Der Mann blieb der bloße Kern und suchte auf gut Glück nach Elektronen von überall her, um diese an sich zu binden, wie es in der Materie in dieser Sekunde überall in millionenfacher Weise geschieht. Was wir der Materie antun, tun wir uns selbst an. Denn alles ist eins. Nur erscheint im Materiellen alles in einer Vielzahl von Formen.
Dabei ist zu bedenken, dass diese Phänome kaum je zuvor auftreten konnten, da keine elektromagnetischen Wellen erzeugt wurden. Nun aber durchdringen diese Wellen, zum Beispiel in Form von Radiowellen (Hochfrequenz), den Menschen selbst, wenn auch unsichtbar, so doch unwiderruflich.

Die emanzipierte Frau gehört zum Alltag in Amerika. In anderen Ländern erregt sie manchmal noch Widerstand (50er Jahre). In Amerika ist dies unmöglich.
So entstand in Amerika eine Kultur, die wir mit dem Wesen der belaubten Baumkrone vergleichen können; für das Auge brillant, kraftvoll und beeindruckend, aber im Wesen schwach.
Das Äußerste, das Ende der Explosion in Vielheit ist schwach. Das ist der Charakter Amerikas. Deshalb konnte das „Wunder“ geschehen, dass eine mächtige und großartige Inka-Kultur vollkommen verschwand, weil sie auch das Laub auf dem Baum der Zeit war, ähnlich wie jetzt die amerikanische Kultur diesen Platz einnimmt und deshalb genauso weggefegt werden kann.


Das Prinzip der Baumkrone drückt sich in allen Bereichen aus.
Das amerikanische Denken verlangt die Masse, nicht das Konzentrierte, nicht den Kern im Zentrum. Der Amerikaner denkt natürlich in großen Zahlen. Das größte Land, die größten Häuser, die reichsten Menschen, das Massive, der Superlativ wird angebetet. Die Spiele mit den meisten Zuschauern. Die Boxer, die ihrem Fleische nach gewogen werden. Nur die Masse gilt etwas. Gerade seit der Französischen Revolution und der Befreiung Amerikas begann die ganze Welt den Charakter der Masse zu betonen und zur Hauptsache zu erheben.
Bis zur Französischen Revolution veränderte sich die Zahl der Weltbevölkerung nur sehr allmählich und relativ wenig. Seitdem haben wir jedoch in kurzer Zeit eine Vielzahl von Entwicklungen erlebt. Die Geschwindigkeiten blieben bis ins Jahr 1800 praktisch gleich. Seitdem haben sie sich auf ein Vielfaches multipliziert. Die Zahl der Erfindungen auf dem Gebiet des Kreises, in der äußeren Elektronenhülle, nahm und nimmt weiter zu. Alles in einem beschleunigten Tempo. Die Kurve von all dem steigt nicht linear, sondern parabolisch an.
Mit dieser Entwicklung entsteht auf einmal im Menschen der Drang, Nachrichten zu publizieren. Die Geburtsstunde der Medien geht mit der Loslösung vom Kern, dem Zentrum des Lebens, einher. Sowie der erwachsene Baum eine Vielheit an Blättern hervorbringt, so kamen auch in dieser Epoche der Menschheit die vielen Zeitungsblätter hervor, die auch noch – man mag es eine Ironie des Schicksals nennen – auf dem Material von Bäumen gedruckt wurden und werden. Die Nachrichten von gestern sind out, man ist ständig auf der Jagd nach den neuesten Ereignissen, und das würde immer so weiter gehen, wenn es nicht gebremst würde.
Einrichtungen und Werkzeuge müssen so modern sein, dass sie fast jedes Jahr erneuert werden müssen, wenn sie „mit der Zeit“ gehen sollen. Und dieses Tempo wird immer schneller und schneller.

Zeitungen
Dass die Welt ist, wie sie ist, ist kein Wunder, wenn man mit dem Leben so umspringt — mit dem Leben in Pflanzen und Tieren, wenn man Bäume fällt, nur um Zeitungen für Lügen und Sensationen zu machen. (…)
Bäume zu vernichten, um ich weiß nicht was daraus zu machen, so dass überhaupt nichts vom Holz übrigbleibt, das ist eine der Erscheinungen der Vernichtung des Lebens.
(Friedrich Weinreb)


Blicken wir auf einen weiteren Lebensbereich: Das Wohnen
Der Amerikaner kennt kein Haus als Zentrum des Lebens. Sein Leben ist draußen und sein Zuhause ist nur zum Schlafen da. Die Häuser werden also nicht mehr gebaut, um dort wie in einem Herzstück zu wohnen und das Leben drumherum zu gestalten, sondern um darin wie in einem Hotel zu wohnen, in dem man nur vorbeikommt. Das Haus dient in dieser Gesinnung nur noch der Vervollkommnung des Dienstes am Kreis. Im Ursprung war das Haus immer der Kern, von dem aus der Mensch handelte. Jetzt ist es nur noch ein Ausschnitt seines Kreises geworden.


Auch die Flora und Fauna Amerikas weist auf das Ende hin. So gab es dort keine höheren Tiere. Weder Löwen noch Tiger, keine Pferde, weder Elefanten noch Menschenaffen. Von allen Arten waren nur die schwächeren, niedrigeren Formen vorhanden. Getreide kennt Amerika nicht. Es hat die Kartoffel. Getreide musste importiert werden. Andererseits gab uns Amerika den Tabak, das Produkt, das dem Menschen den Frieden gibt, ohne einen Kern zu besitzen. Amerikanisches Rauchen ist typischerweise berauschend. Im Traum braucht man keinen Kern und lässt sich gern im Kreis herumschweben. Auch andere Alkaloide, wie die starken Betäubungsmittel, kommen aus Amerika, denn der Westen ist der Letzte in der Zeit, ist der Jüngste, ist der Schwächste. Deshalb sehen wir auch in Amerika die Betonung der Jugend. Niemand will mehr alt werden. Während das Alter früher etwas Ehrwürdiges war, nach dem sich junge Menschen immer gesehnt haben, ist es nun üblich geworden, jünger zu scheinen, als man ist. Der Westen ist jung und wir leben jetzt im Westen.


Ergänzung (DM)
Anti-Aging nennt man das heute; eine große Industrie setzt damit aktuell (2020) über 200 Milliarden $ pro Jahr um. Den Löwenanteil hat die USA und die beliebtesten Produkte dieses Genres sind Hautpflegemittel. Die Haut heißt auf Englisch bekanntlich skin, das hängt mit dem dt. Verb schinden zusammen, bedeutet etym. aber auch „scale of a fish“, also Fischschuppen. Der Fisch steht im alten Wissen für das Leben im Wasser, also in der Zeit. Dass man so viel in die Erhaltung von etwas Vergänglichem investiert, zeigt, wie stark man ans Zeitliche gebunden ist.



Reifestopp – Die Menschen werden nicht mehr erwachsen.
Amerikanische Frauen sprechen am liebsten mit Babystimmen, amerikanische Männer benehmen sich gerne wie Jungen.
Ein Europäer versteht immer noch nicht, warum Amerika die Zeichentrickfilme so sehr liebt. Bei uns (in Europa, Nachkriegszeit) begeistern sich die Kinder dafür. Dort sind sie jedoch eine Freude für Erwachsene, die ihnen bis ins Detail folgen und sie ausführlich nacherzählen können. Denn auch ihr Denken und ihre Phantasie sind kindlich geworden. Im äußeren Elektronenring sind sie phänomenal, aber wir wissen, wie flüchtig dieser ist und wie leicht die Außenelektronen von ihrem Kern abgelöst werden können. All das schwappt immer mehr nach Europa über.
Vor 30 Jahren waren Geschichten im Stil von Tom Poes (eine Niederländische Comicfigur) nur für die Jugend bestimmt und wurden nur von der Jugend gelesen. Jetzt kämpfen Vater und Sohn um die Zeitung, um die Fortsetzung von Tom Poes zuerst lesen zu können.

Im Westen ist alles nur Schein.
Die Blätterkrone ist beeindruckend, aber schwach. Deshalb ist auch der Film ein amerikanisches Produkt, denn die Welt ist in ihrem Wesen nur eine Scheinwelt, und nur wenn man sich in einen Rausch versetzt, kann man diesen Schein als Realität erleben.
Die Leute wissen jedoch, dass Bühnenbilder Kunstwerke mit suggestivem Charakter sind, dass Filmstars nicht all das durchmachen, was der Schein des Filmes uns glauben machen will. Und doch sehnen sich alle nach Filmen, weil sie sich selbst im Schein ertränken wollen.
Ebenso möchte man mit dem Auftragen von Make-up die eigene Persönlichkeit loswerden, die eigene 1 verschwinden lassen. Das Verschwinden der amerikanischen heidnischen Kultur ist ein Zeichen dafür, wie schwach jede Kultur ist, die aus diesem Gebiet stammt. Ein Gebiet, das arm an höheren Tieren ist, keine höheren Pflanzen hat und nur eine bestimmte Art von Menschen aufwachsen lässt.
Amerika ist das einzige Land, in dem die politischen Parteien nicht nach tiefen Prinzipien geteilt sind, wie zum Beispiel in England, wo der Kampf zwischen Tradition und Fortschritt stattfindet, sondern wo die Parteien durch ein anderes Verständnis von Wirtschaftspolitik getrennt sind. Republikaner und Demokraten sind sich einig, dass es keinen Grund gibt, über Religion zu sprechen, dass Kultur kein Thema ist. Aber sie sind sich nicht einig über die Art und Weise, wie Dollars gemacht werden sollten. Also über die Art und Weise, dem Kreis zu dienen. Religion wird in Amerika toleriert und sogar gefördert, weil sie dem Menschen nichts mehr sagt. In Russland wird Religion bekämpft, weil Russland ein Land im Osten Europas ist, in dem die Menschen nicht anders können als religiös zu sein. Deshalb hält es der Kommunismus für notwendig, diese Religion auszurotten. Die Amerikaner kennen diese Art Religion nicht mehr. Religion ist bei ihnen eine soziale Erscheinung, die den reibungslosen Ablauf des Produktionsprozesses unterstützt.
All dies ist also der Weg der Blätterkrone aus dem fernen Westen. Und doch ist es die Krone der Blätter, aus der die Frucht kommt. Aus der untergehenden Blätterkrone fällt die Frucht, die die neue Zeit schenken wird.

Saisonende
Mit dem Fallen des Laubes tritt auch der Ed, der Dunst wieder vermehrt auf.

Dem Untergang aber folgt, wie im Tenach, immer eine neue Auferstehung.


Die Freilassung der Völker Ostasiens fand unter dem Einfluss der westlichen Demokratien statt. Sie war eine Frucht des Humanismus. Man muss sich jedoch bewusst machen, was es bedeutet, dass die Völker Ostasiens den Völkern Europas unterworfen waren. Es war der Dienst von Cham an Schem und Japhet. Europa war der Ort des Christentums, und die Tatsache, dass es das alte Heidentum, die früheren Welten, in dieser Welt unterjocht hielt, bedeutet, dass alle Erscheinungsformen dieser alten Welt unterjocht blieben.
Auf den ersten Blick war es nicht menschlich, aber auf der anderen Seite war es unmenschlich wie die Handlung eines Chirurgen, der einen Menschen nur retten kann, indem er ihn an einer bestimmten Stelle aufschneidet und ein erkranktes Organ operiert. Der Moment der Operation ist sehr blutig, aber am Ende ist es für das Opfer von Vorteil. Jemand, der nur nach einem Augenblick urteilt und den Chirurgen in der Nähe des blutenden Opfers sieht, wird es unmenschlich nennen.
Ebenso wird ein oberflächliches Urteil in der Welt die Besetzung bestimmter Gebiete als menschenunwürdig empfinden. Allerdings ist nicht klar, was diese Gebiete sind, warum sie dort sind und was ihr Zweck ist. Natürlich kann diese Ansicht kein Argument für die Fortsetzung einer europäischen Herrschaft über Ostasien sein. Europa als solches ist so weit amerikanisiert, dass es diese Gebiete tatsächlich loslassen muss.
Sie ist nicht weniger stark als diese Gebiete, aber andererseits ebenso schwach. Deshalb ist der Weg, der gekommen ist, wie jeder Weg, der kommt, auch der einzig richtige. Gerade Amerika ist der Schrittmacher des Loslassens, denn Amerika ist der ferne Westen und lebt nur vom Loslassen, lebt nur in einer immer schneller wechselnden Zeit. Das Exil (galuth) entwickelt sich auch in Richtung Westen. Östlich der vier Flüsse gibt es praktisch keine Ausbreitung. Die großen Ströme fließen tatsächlich nach Westen. Auch bezüglich des Exils ist Amerika praktisch der Endpunkt, und das amerikanische Exil hat die gleiche Schwäche wie die gesamte amerikanische Gesellschaft.


Amerika ist im Moment noch nicht die kontrollierende Macht. Es hat nun eine andere Macht gegen sich, die alle fürchten. Die große Gefahr besteht jedoch, wenn eine Macht gesiegt hat, denn Erfolg ist, so die Argumentation im amerikanischen Kreis-Denken, identisch mit Wahrheit und mit Güte. Die amerikanische Gesellschaft schätzt ihre Menschen für deren Erfolg in der Welt. Wenn Amerika einmal definitiv gewonnen hat, dann muss die amerikanische Kultur als die richtige akzeptiert werden, weil sie erfolgreich war.
Amerika würde eine Figur wie Jesus allein schon aus diesem Grund ablehnen, weil er keinen Erfolg hatte, zumindest nicht auf den ersten Blick. Er war ein typischer Pechvogel, der wie ein Pechvogel endete. All dies mit amerikanischen Augen gesehen. Erfolgreiche Menschen in dieser Zeit waren die Römer, die die Welt beherrschten. Dass Jesus, über Tausende von Jahren gesehen, die Römer eroberte, gerade wegen seines Pechs, würde ein Amerikaner so nicht sagen. Er urteilt, weil er sich im Zeitkreis befindet, nach immer kürzeren Zeitspannen und es ist ihm egal, was über größere Zeiträume geschieht.
Wenn der amerikanische Erfolg also erst einmal von außen bestätigt ist, wird sich nichts mehr den Ideen der amerikanischen Kultur widersetzen können. Will man den Idealismus eines Mannes durch Lobotomie (neurochirurgischer Eingriff) beseitigen, kann man das tun. Man kann Menschen durch nur kleine Eingriffe willig und mittelmäßig machen. Es ist sogar wahrscheinlich, dass sich die meisten Menschen danach sehnen würden. Der mittelmäßige Bürger hat seinen Seelenfrieden, kann sich nicht in Dinge einmischen, die ihn nicht betreffen, wird seinen Lebensunterhalt verdienen und nützlich sein. Immer mehr Menschen sehnen sich nach diesem Ideal. Ein Idealist ist fast identisch mit einem Wahnsinnigen.
Diese Zeit der einzigartigen Herrschaft des brechenden Kreises, des Beurteilens des Baumes nach seiner prächtigen Blätterkrone, ist die Zeit, die in den alten christlichen Schriften als die Zeit des Antichristen bezeichnet wird und die in der gesamten Antike als die Zeit des Endes bzw. Endzeit bekannt war. Bis dahin hatte jede Macht noch eine Gegenmacht, und es gab keine materielle Alleinherrschaft auf der Erde. In der Endzeit jedoch wird sich das Materielle über alles erheben und herrschen, sodass es nur noch zwei sich gegenüberstehende Mächte gibt: Das Reich Gottes oder das Reich Satans.
Der Westen wird auf Hebräisch ma’ariv genannt oder auch jam, 10-40, und jam bedeutet Meer. Der Westen jedes Kontinents hat, in Richtung der Zeit gesehen, ein Meer. Kanaan hatte das Meer im Westen, Europa hat das Meer im Westen und auch Amerika wird im Westen von einem Meer begrenzt. Und dieses Meer westlich von Amerika grenzt auf der anderen Seite ganz am Anfang an die Welten der Könige von Edom. Die Amerikaner wollten immer wieder den Sprung über dieses Meer machen und haben ihn schließlich auch geschafft.
Das Wort ma’ariv bedeutet (aus der) Vermischung; aber auch Abend, also Untergang. Der Tag geht im Westen unter, so wie die Welt im Westen untergeht. Aber jam, 10-40, hat den Stempel 1-4, nur mit dem Faktor 10. Jam ist das Wasser, das eine Welt bedeckt und sie unsichtbar macht, bis sie in einer anderen Form wieder aufsteigt. Es ist identisch mit dem Untergang, mit dem Ende, mit dem Verschwinden der 10 Stämme in Aschur, unsichtbar gemacht im Galuth. Galuth bedeutet Verbannung. Und diese Unsichtbarkeit ist eine prinzipielle Sache, so prinzipiell wie die 1-4 am Anfang. Ma’ariv erzählt dann auch vom Untergang. Jam erzählt, dass dieser Untergang nur ein Verdecktsein ist, ein unsichtbar Werden ist.


Es ist bekannt, dass die Ostküste Amerikas fast in die Westküste Europas und Afrikas passt. Bekannt ist die Weber’sche Kontinenten-Theorie, die erzählt, wie diese Kontinente über Millionen von Jahren getrennt wurden, nachdem sie zunächst ein Ganzes bildeten. Natürlich ist diese Theorie Unsinn, denn sie versucht, dieses Ereignis zeitlich zu erklären. Es stimmt jedoch, dass Amerika und Europa und Afrika ein Ganzes gewesen sind. Aber diese Einheit war vor dieser Welt.
Diese Zwei-Werdung ist etwas, das in der Zweiheit der Welt gesucht werden muss, insbesondere in der Zweiheit unter der Haflaga (Turmbau zu Babel). Mit der Haflaga blieb Peleg auf der einen Seite und Joktan auf der anderen Seite. Er ist unter anderem der Namensgeber von Yukatan, einem indischen Namen. Die Nennung eines Namens ist kein Zufall, sondern eine sehr ernste Angelegenheit, auch wenn wir glauben, dass wir einen Namen durch Zufall vergeben. Die Aussprache dieses Wortes ist von Anfang an festgelegt worden. Die Tatsache, dass Yukatan der Name von Joktan ist, der mit Pelegs Haflaga geteilt wurde und der Amerika von Europa und Afrika vertrieben hat, spiegelt sich in der Geschichte der Haflaga wider. Joktan hat als Stamm katan, 100-9-50, und damit ist der Kleine, der Jüngste gemeint. Er ist identisch mit Joktans Platz im Westen, dem Platz des Letzten, des Jüngsten.

Tibet, das Gebiet der 1-4
Der sehr typische Entwicklungsverlauf in Tibet hängt auch mit seiner geographischen Lage zusammen. Tibet liegt auf der Hochebene, d.h. in intensiven Zeiten nahe der Grenze der vier Flüsse. Es ist das Extrem der früheren Welten, und deshalb hat dieses Gebiet immer einen ganz besonderen Platz eingenommen.
Der Name bedeutet Schem, und Schema ist Kern, also ist der Name der Kern einer Sache, und der Name bestimmt, wie es mit der Sache sein wird und wie sie leben wird.

Freie Übersetzung aus einer NL-Textsammlung Friedrich Weinrebs