A E K N R

Aussatz

Hebräisch: צרעת

Aussprache: zora’ath

Zahlenschreibweise: 90+200+70+400

Äußerer Wert: 760
Athbasch: 15

Etymologie:
Von zará, 90+200+70, ausbrechen, entbrennen, unerwartet auftauchen. Zur Deutung verwendet man auch das Bild vom plötzlichen Ausbrechen eines Vulkans (Eruption).

Beschreibung:
Leicht finden sich die Begriffe Form (zur, 90+200), das Böse (ra, 200+70) und die Zeit (eth, 70+400) innerhalb dieses Wortes, das die Kerndiagnose aller biblischen Erkrankungen darstellt. Die Deutung ist, dass sich etwas bei uns äußert, also in irgendeiner Form wahrnehmbar wird, das zuvor nicht da war. Das tiefste, das innerste Empfinden wird somatisch.
Wenn der Mensch nicht mehr fliegen kann, heißt es, bekommt er “zora’ath”. Will sagen: Wenn wir die Leichtigkeit verlieren und das Leben hier zu ernst nehmen, fallen wir auf die Ebene des (Säuge-)Tieres und reagieren wie ein solches. Der Körper reagiert mit Symptomen, weil der betreffende Mensch vergessen hat, wer er ist. Er reduziert sich auf seine körperliche Erscheinung, seine “Geschichte” und seine Stellung in der Gesellschaft. All das drückt etwas vom Menschen aus, aber wir alle sind weit mehr als das.
Als Aussatz wird alles bezeichnet, das erkennbare Symptome aufweist.

Besonderheiten:
Zora’ath kommt zum ersten Mal in der Bibel Mose betreffend vor und wird dort mit Schnee verglichen:

Und Ha-Schem sprach weiter zu ihm: Stecke doch deine Hand in deinen Gewandbausch. Und er steckte seine Hand in seinen Gewandbausch; und er zog sie heraus, und siehe, seine Hand war aussätzig wie Schnee.

Ex. 4:6

Schnee steht für das Ende einer Entwicklung, die Kälte stoppt das Wachstum. Das Weiß des Schnees ist das Zeichen, dass man vom Roten erlöst und entbunden ist. In der Kälte dieser Welt verbirgt sich der Tod. Was lebt und wächst, braucht die Wärme; in der Kälte wird es steif, es erstarrt und stirbt. Auch das Wasser – die Zeit – erstarrt, wenn Kälte und Tod einbrechen. Und war es nicht der Tod, durch den die Reinigung erfolgte? Aussatz wird durch den direkten Vergleich mit Schnee einerseits mit einem “so geht es nicht weiter” und darüber hinaus mit einem Prozess der Reinigung assoziiert.
Bei Mose kommt es zum Aussatz in seinem cheijk, 8+10+100 (meist übersetzt mit Schoß, Busen, Gewandbausch). Unter dem hebräischen cheijk versteht man den Sitz der Empfindungen und der Entschlüsse. Wie empfinden wir eine Situation und wir reagieren wir darauf?

In einem Midrasch wird erläutert, weshalb Mose diese Erfahrung machen sollte:

Dass der Aussatz deswegen kommt, wer über seinen Nächsten etwas sagt, das unbegründet ist, das kannst du an Mose sehen. Als Gott zu ihm sagte, dass er zu den Israeliten gehen sollte, sprach er: Mein Herr, siehe, sie werden mir nicht glauben, wie es heißt Ex. 4, 1: „Siehe, sie werden mir nicht glau­ben.“ Da entgegnete ihm Gott: Mose, weißt du schon, dass sie dir nicht Glauben schenken werden, sie sind Gläubige und Kinder von Gläubigen. Weil du mir diese Einwendung gemacht hast: „Siehe, sie werden mir nicht glauben (…) bringe doch deine Hand in deinen Schoß,“ und als er sie wieder herauszog, siehe, so war seine Hand aussätzig wie Schnee.

Midrasch Bemidbar