Gott spricht dich so an, dass du es verstehen kannst

Im Hebräischen gibt es zwei Wörter für „Ich“: ani (אני), 1+50+10 und anochi (אנכי), 1+50+20+10. Genaugenommen gibt es jedoch nur ein Wort, nämlich ani. Das andere (anochi) stammt aus dem Ägyptischen und wurde von dort übernommen. Es wird erklärt, dass Gott den Menschen immer in der Sprache und in der Weise anspricht, die er aktuell verstehen kann, und so spricht Gott den Menschen in Ägypten in der Sprache der Ägypter an, weil die Hebräer ihre eigene (Ur-)Sprache nicht mehr verstehen. Deshalb muss in jeder Zeit das Wort in das Verständnis dieser jeweiligen Zeit übersetzt werden. Verstehen heißt, dass das Wort bei uns etwas bewirkt. Gott spricht nicht, um den Menschen zu unterhalten.

Das Wort anochi, ist das ägyptische nuk oder anuk (ich). [S. Ebers, Ägypten und die Bücher Moses] Unser Midrasch ist aus Pesikta Bachodesch.
„R. Nechemja sagte: Anochi ist ägyptisch. Das ist, wie wenn ein Königssohn in Gefangenschaft geraten und lange in derselben geblieben. Sein Vater glüht vor Rache und holt ihn aus der Gefangenschaft zu sich; wenn er nun mit ihm reden will, spricht er die Sprache seiner Überwältiger.
So hatte Israel viele Jahre in Ägypten zugebracht und die Sprache der Ägypter gelernt. Als nun Gott sie erlöst hatte und ihnen die Thora geben wollte, konnten sie es nicht verstehen. Darum, sagte Gott, will ich mit ihnen ägyptisch reden: anochi, und so begann Gott in ihrer Sprache: anochi adonai elohecha.“
Deut. 5,6: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft.
(Midrasch Esther)