Eigentlich sucht der Mensch ein erfülltes Alltagsleben. Heutzutage gibt es das Problem der freien Zeit. Die Leute sagen, sie müssen alle möglichen Hobbys haben, um ihre Freizeit zu füllen. So ist die Freizeitindustrie zu einer eigenen Branche mit großem Umsatz geworden. Die Menschen wissen offenbar nicht, was sie mit ihrer Freizeit anfangen sollen, obwohl sie sich eigentlich danach sehnen, sie sinnerfüllt zu erleben. Auf diese Weise steht der Mensch nur noch als Zuschauer außerhalb der Welt und lässt sich von diesem oder jenem beeinflussen, aber wozu das alles?
Sobald ein Mensch keine Erfüllung mehr in seinem täglichen Berufsleben hat – die zur Außenseite gehört –, wird er krank. Dies hat nichts mit Schuld und Strafe zu tun, vielmehr ist es genau das, was der Mensch sich gewünscht hat.
Krankheit ist da, damit du deinen Weg finden kannst. Sie ist nicht nur das, was wir darunter verstehen, sondern es ist auch das Gefühl der Unzufriedenheit, nicht zu wissen, was man mit sich selbst anfangen soll. Krankheit ist auch dort, wo die Umstände zeigen, dass die Hülle, das äußere Leben überwiegt.
All dies gehört zum Weg des Menschen. Es gibt Menschen, die sich schämen, dass sie krank sind, sie wollen nicht zugeben, dass sie krank sind. Auch das ist eine Art Hochmut. Aber warum sollte der Mensch nicht Dingen begegnen, die ihn aufwecken können, die ihm den Weg zeigen können? Rückblickend sind viele dankbar, dass Krankheiten, Gebrechen und Dinge ins Leben kamen, die den eigenen Weg unmöglich gemacht haben. Der Weg hat doch das Unvergängliche zum Ziel, das Bleibende, das Ewige; wie können da vergängliche Interessen unser Leben regieren?
Von Jakob wird erzählt, dass er sogar darum bittet, dass die Krankheit kommt, damit er sehen kann, wo er auf seinem persönlichen Weg steht. Das Wort Krankheit taucht zum ersten Mal bei ihm in der Thora auf (1. Mose 48:1). Bis zu dieser Stelle in der Thora kann man lesen, dass man stirbt, aber nicht, dass man krank wird. Als Jakob krank wurde, rief er nach Josef, und Josef kam mit seinen Söhnen zu ihm. Der Effekt der Krankheit war die Erfüllung einer zuvor begrabenen Hoffnung. Worauf läuft es hinaus?, ist die Frage, die zählt.