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oder: Ich weiß es besser!
Wenn man mit einer Zeit unzufrieden ist und diese ablehnt, dann verhält man sich eigentlich wie Luzifer bei seiner Rebellion. Denn auch dort war es ein Abstieg ins Äußerste, ins Unterste, und der eingebildete Luzifer war entsetzt darüber.
Der Aufstand des Teufels zeigt sich bei uns selbst durch ein Besserwissen betreffs der Dinge der Zeit. Wir vertrauen nicht darauf, dass die Schöpfung vollkommen ist und sind davon überzeugt, dass wir noch unseren Teil dazu beitragen müssen.
Und wenn man sieht, dass eine Zeit herabkommt, die besonders degenerativ ist und sich alles in einer bedrohlichen Weise entwickelt, die dem widerspricht, wovon man eigentlich annahm, dass es sein sollte, dann kritisiert man diese Zeit und will nicht glauben, dass gerade diese Zeit auch eine Erlösung bringen könnte.

So wollte Luzifer nicht glauben, dass der Mensch, der aus seiner Sicht doch eigentlich nur ein höheres Tier war, der Welt Erlösung bringen würde, und andererseits, da er davon überzeugt war, dass die Erlösung kommen würde, wie sie kommen müsste, war er eifersüchtig auf diesen Menschen, der in seiner Niedrigkeit und Ferne immer noch Erlösung bringen würde, wohingegen er und die Engel, die Gott nahe stehen, nicht dazu bestimmt waren.
So würden wir es gerne sehen, dass in Zeiten, die aus unserer Sicht gut sind, die Erlösung kommt, während wir nicht akzeptieren möchten, dass diese gerade dann auf dem Weg ist, wenn alles schiefläuft und der Mensch zunehmend »ver-TIER-licht«. Sogenannten Sündern und Verleumdern gönnen wir keine Erlösung.
Solange man glaubt, die Geschicke des Lebens selbst lenken zu müssen, offenbart das, dass man kein Vertrauen in die Tatsache einer vollkommenen Schöpfung hat. Das ist der tiefste Sinn des luziferischen Aufstandes, des Aufstandes, der täglich, ja eigentlich jeden Moment hier zum Vorschein kommt.

Dass Gott den weitesten Abstieg stattfinden und aus diesem Jeschua (Hilfe / Rettung) kommen lässt, zeigt, dass unser Verständnis von Ablehnung und Verwirrung ein besonders hartes Konzept ist. Eine Härte, die aber so nicht existiert.
Unsere Logik lässt uns nicht akzeptieren, dass gerade etwas, das so weit verstoßen und von allem verlassen ist, dem Ursprung am nächsten steht. Wir kennen nur ein absolutes Verstoßen und würden, falls unsere Rache ungehindert zum Zuge käme, tatsächlich auf ewig verdammen.

Die Logik argumentiert immer von diesem Standpunkt aus und versteht sich selbst als Motor, um voranzukommen, doch verliert sie sich damit in Unendlichkeit, weil sie das Prinzip der Umkehr nicht kennt. In Wirklichkeit folgt alles der Krümmung, die den Weg zum Ursprung umkehren lässt. Die Logik der Krümmung halten wir jedoch für unvernünftig und verwerfen sie deshalb. Wir verachten den Abstieg ins Äußerste, weil wir es mit etwas Schwachem assoziieren. Dass Malchuth (Königreich) und Kether (Krone) eine Einheit bilden, ist für uns unbegreiflich. Es ist das Wunder der 1-4 Bindung, welche wir einerseits bei uns selbst erleben, doch auf der anderen Seite auch wie selbstverständlich ignorieren.
So trägt jede Zeit den Aufstand Luzifers in sich, der sich darin äußert sich die Welt nach eigenem Willen hinzubiegen. Das eigene Dafürhalten ist und bleibt der einzige Maßstab, dem sich alles zu unterwerfen hat. Stets scheint uns die aktuelle Zeit, in der wir leben, die unterste zu sein, und der Mensch ist von allen göttlichen Wesen das unterste, weil er so und nur so die Verbindung mit dem Anfang herstellen kann. Dazu ist er hier. Das ist seine Aufgabe.
Mit dem Fortschreiten der Zeit zeigt sich das unterste Niveau immer stärker und gröber. Nicht nur in der Außenwelt um uns herum klaffen arm und reich, schwach und mächtig usw. progressiv auseinander, sondern auch in uns findet all das statt. Einmal sind wir voller Tatendrang und im nächsten Moment würden wir am liebsten alles hinschmeißen. Wir wähnen uns weit weg, doch in Wahrheit sind wir genau dann ganz nah!

Basierend auf einem niederländischen Artikel Friedrich Weinrebs aus den 50er Jahren.