Als Abraham die Engel, seine Gäste, begleitete, erhielt er die Offenbarung über Sodom und dazu die Möglichkeit, für Sodom zu beten. Deshalb ist die „mizwa“ der Begleitung von Gästen enorm: man muss nicht nur auf die Gäste warten, draußen stehen, um zu sehen, ob Gäste kommen, man muss sie auch ein Stück begleiten und nicht sagen: „Du findest die Tür schon selbst“.
Jemanden, der nicht an dieses Haus gewöhnt ist, muss man nicht nur bis zur Tür bringen, sondern sogar ein Stück weiter, weil diese Begleitung ein notwendiges Prinzip ist. Es muss einen Übergang von der Welt des Kommens und der Welt des Gehens geben.
Der Gast wird in Ruhe erwartet und es soll so sein, dass der Gast den Gastgeber bereits sieht, ehe er das Haus sieht und was ihn im Haus erwartet.
Der Gastgeber spricht dann, wie bei Abraham, wenig, tut aber viel. Auch der Abschied soll in Ruhe ohne irgendeine Hast geschehen. Es soll nicht abrupt enden und man lasse den Gast nicht allein, sondern führe ihn aus dem Haus, um ihm das Gefühl zu geben, dass er auf dem Weg begleitet wird.
Und so ist es mit allem auf dieser Welt. Dies ist auch das Prinzip der Sterbebegleitung. Deshalb erhielt Abraham die Offenbarung über das Kommende der Welt, denn nun konnte er erkennen, dass dieser Übergang kein plötzliches Loslassen war, sondern ebenfalls in Begleitung geschieht, so wie auch Lot von den Engeln begleitet wurde, bis er in einer anderen Welt war. Er wurde nicht plötzlich dort in Sodom mit dem Hinweis allein gelassen: „Geh in diese Richtung, du wirst schon zurechtkommen“. Einer der drei Engel blieb für das weitere Gespräch bei Abraham.