Wenn man eine Stimme mit einem Mikrofon aufzeichnet, kann man das dabei entstehende elektrische Signal mithilfe eines Oszilloskopes optisch in Wellenform darstellen. Mit zunehmender Entfernung des Sprechers vom Mikrofon flacht die Welle ab. Man kann also sagen, dass mit dem Näherkommen die Spannung (die Welle) immer größer wird, und das ist wiederum ein Paradox, denn eine größere Spannung bedeutet, dass die Extreme (Amplitude) immer weiter auseinandergehen.
Wenn ein Mikrofon eine Stimme aufzeichnet, die weit weg ist, wird das Signal unscharf und ausdruckslos, Details fehlen gänzlich. Ebenso ist es beim Wort, wenn man dieses nur objektiv liest oder hört. Erst wenn es uns nah ist, öffnen sich die Details, die Nuancen der Botschaft, die sie zum Leben erwecken und ihr den himmlischen Glanz verleihen.
Große Differenzen können somit auch ein Zeichen von Nähe sein. Nicht selten offenbaren sich erst im Erleben der Widersprüche die Abstufungen einer Beziehung.
