Nicht ohne Grund vom Leben gezeichnet

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Kriege, Revolutionen und Unruhen bieten die Möglichkeit, dass ein Einzelner aus seiner Passivität erwacht und Verantwortung übernimmt. (F. Weinreb)
Ein Steinchen kann ein ganzes Getriebe zum Stillstand bringen. Im Sanhedrin wird erzählt, dass wenn ein Mensch Münzen prägt, alle Münzen identisch sind, aber die Signatur Gottes für den Menschen besteht darin, dass alle die Merkmale Adams tragen, und deshalb soll jeder Mensch sagen: Für mich ist diese Welt geschaffen! Daraus folgt, dass er Verantwortung übernimmt. Dann ist er ein Mensch. 

Als solcher wird er nicht in Gruppen mit Schildern durch die Gegend rennen, auf denen steht, dass er für oder gegen etwas ist, sondern konkret handeln – anders handeln als das große „man“. Sein Tun ist jedoch dem Höheren gewidmet. David kämpft nicht für eine Schermaschine für seine Schafe und Esther wagt den Gang zum König auch nicht, weil ihr Kleiderschrank mal ein Update vertragen könnte. 

Alle Zeugen der Bibel weisen darauf hin, dass diese untere Welt Ausdruck einer höheren Welt ist, nach der sich der Mensch ausstrecken soll. Sie kümmern sich darum, dass die Seele Raum erhält und genährt wird. Sie zeigen die Bedeutung des scheinbar Unwichtigen auf, spenden Trost, entzünden innere Freude und weshalb können sie das? Haben sie entsprechende Ausbildungen gemacht? Haben sie sich entsprechend qualifiziert? Sind es nicht genau diejenigen, von denen man sagt, dass das Leben „nicht optimal“ für sie gelaufen ist? Welche Wurzeln bilden Bäume aus, die starken Wetterschwankungen ausgesetzt sind?

Zur Übernahme von Verantwortung muss ein Mensch hellwach und bereit sein, etwas zu tun, was noch nie zuvor jemand getan hat. Es gibt Schließzylinder, die mit einem Universalschlüssel nicht zu öffnen sind; nur ein einziger Schlüssel passt, und wer weiß, vielleicht hat das Leben dir genau deshalb die Kerben geschlagen, die dich zeichnen, weil du dieser eine Schlüssel sein sollst, der diese eine Tür öffnen kann.

Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.

Gal. 1:10

Das kann nur jemand sagen, der sich nicht um das “man” kümmert, den Umfragen wenig interessieren und trotzdem liegt ihm das Wohl jedes Einzelnen am Herzen. Was in dem Zitat so klingt, als ob Paulus die Menschen nicht interessieren, ist in Wirklichkeit genau das Gegenteil: Er hofft, dass sich die Menschen wieder daran erinnern, wer sie eigentlich sind.
Das von Gott inspirierte Wort (theopneustos > 2. Tim. 3:16 ff) macht jeden Menschen, der es studiert “ex-artízo” (2. Tim. 3:17 am Ende), das bedeutet passend. Passend wie ein Schlüssel, ein Schlüssel zu sich selbst, zum eigenen Leben. Dann hört das Hadern mit der Vergangenheit und den Umständen auf und man erkennt, dass ohne diese ganzen Erlebnisse bestimmte Türen und Einsichten verschlossen geblieben wären.
Was sich dir geöffnet hat, kannst du auch anderen zugänglich machen.